Runder Tisch ruft zu stillem Protest gegen Konzert auf

Bündnis stemmt sich gegen Neonazi-Treff in Haselbrunn

Plauen.

Der Runde Tisch für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtlandkreis ruft für Mittwoch zu einer Protestkundgebung am Wartburgplatz an der Pausaer Straße auf. Hintergrund ist ein für den Abend in Plauen angekündigtes Konzert des rechtsextremen Liedermachers Lunikoff, Neonazi Michael Regener. Er soll in den Räumen des Dritten Wegs in Haselbrunn auftreten. Tony Gentsch, führender Kopf der rechtsextremistischen Kleinstpartei im Vogtland, wird als Redner angekündigt.

Gegen das Programm der Rechten wehrt sich der Runde Tisch. "Diese Veranstaltung ist ein weiterer Schritt hin zu deren Ziel, den Plauener Stadtteil Haselbrunn zu einer Nazi-Hochburg zu machen", schreibt Koordinatorin Ulrike Liebscher in einer Pressemitteilung. Die Aktion sei ein Angriff auf den Zusammenhalt der Gesellschaft. "Wir wollen deshalb ein Zeichen setzen für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben aller Bewohner von Haselbrunn", so Liebscher. Das Bündnis hofft, dass sich möglichst viele Plauenerinnen und Plauener von 19 bis 21 Uhr dem friedlichen Protest am Wartburgplatz anschließen, Kerzen und Lampions zur Gegenveranstaltung mitbringen.

Nur wenige Tage nach einem seitens Polizei und Versammlungsbehörde aufgelösten Konzerts dieser Art im oberen Vogtland begann im Juli in Neonazikreisen der Zusammenruf für die kommende Veranstaltung. Organisiert war das über das Internet und die sozialen Netzwerke. Der Ort wurde geheim gehalten und ein privater Kreis suggeriert. Mehrfach hatte die Polizei zuletzt in der Region mit Veranstaltungen dieser Art zu tun, hieß es auf Nachfrage. Der Dritte Weg hatte nach dem Ausschluss von der Landtagswahl angekündigt, Strukturen in Sachsen weiter ausbauen zu wollen. Gentsch erzielte einen Sitz im Plauener Stadtrat und im Kreistag. Gast Regener ist indes einer der bekanntesten rechtsextremen Sänger in Deutschland. Er war der Frontmann der Rechtsrock-Band Landser, die als kriminelle Vereinigung und wegen Volksverhetzung verboten wurde. Zudem gilt er als führendes Mitglied einer elitären, militanten und einflussreichen Neonazi-Bruderschaft, die auch in Verbindung zum Dritten Weg steht. Aus der Feder von Regener stammt der Titel "Der dritte Weg marschiert". (nij)

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