Schaufenster zeigen große Panorama-Bilder

Zum Teil nicht mehr vorhandene Industrie der Region in ihrem einstigen Ausmaß können Passanten derzeit auf großen Fotos in der Plauener Innenstadt entdecken.

Plauen.

In ihrer ganzen Breite und ohne Verzerrungen sind das Weisbachsche Haus und das Vogtländische Kabelwerk wohl noch nie dargestellt worden. Der Leipziger Fotograf Jörg Dietrich zeigt noch bis in den September hinein in Schaufenstern der Stadt-Galerie und am alten Bankgebäude an der Ecke Post- und Theaterplatz 16 Panoramen, die einen ungewohnten, faszinierenden Blick auf Industriebauten der Region möglich machen.

Der Künstler lichtete die Bauten dazu mehrmals von verschiedenen Standpunkten aus ab und setzte die Fotos dann von Hand aufwendig zusammen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. "Ich bin absolut beeindruckt von der Schönheit dieser Fotos", schwärmte Plauens Wirtschaftsförderer Eckhard Sorger bei der Eröffnung der Schau. Die Exposition leiste einen Beitrag zur Belebung der Innenstadt.

Die Schau findet im Rahmen des Jahres der Industriekultur in Sachsen statt. Diese Industriekultur soll der breiten Öffentlichkeit auf diese Weise zugänglich gemacht und nähergebracht werden. "Wir hatten dazu eigentlich eine Wanderschau geplant", sagte Judith Eittinger. Sie ist die Koordinatorin des Kulturraums Vogtland-Zwickau, der die Exposition auf die Beine gestellt hat. Corona habe die Pläne durchkreuzt. Statt ins Quartier 30 an der Bahnhofstraße zu gehen, entschieden sich die Organisatoren für die Freiluftausstellung.

"Es gibt viele leerstehende Ladengeschäfte", blickte die Koordinatorin in Richtung des Eckgebäudes am Theaterplatz, in dem zuletzt Textilien verkauft wurden. Die Schaufenster solcher leerstehenden Geschäfte habe man daher unter anderem genutzt, um die einzigartigen Bilder doch noch zeigen zu können. Am Postplatz hängt ein Großteil der Aufnahmen allerdings in den Fenstern der Stadt-Galerie.

Außer dem Vogtländischen Kabelwerk und dem Weisbachschen Haus in Plauen sind auch die Motive der Höheren Textilfachschule Reichenbach und der Brauerei Wernesgrün zu sehen. Weiter enthalten ist der Hauptbahnhof Zwickau und weitere Bauten aus Westsachsen und aus Chemnitz.

Die Exposition ist nicht die einzige Veranstaltung anlässlich des Jahres der Industriekultur. Am Mittwoch eröffnet im Industriepavillon Plauen, Dürerstraße 30a, eine Ausstellung zur Architektur der Moderne in Sachsen. Darauf hat Dagmar Groß vom Denkmalschutz der Stadt Plauen hingewiesen. Auf 33 Schautafeln widmet sich das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen dem Bauhaus-Jubiläum 2019. An Objekten aus dem Vogtland ist die Höhere Textilfachschule Reichenbach enthalten. Die Schau dauert bis 13. September. Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

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