Schauspielerin: "Ich kehre nach sieben Jahren nach Berlin zurück"

Nadine Aßmann verlässt das Theater Plauen-Zwickau als festes Ensemblemitglied - Neue Aufgaben warten

Die Schauspielerin Nadine Aßmann (31) ist wandelbar. Sie war mal Aschenbrödel, mal der Vamp im Elvis-Musical. Für die finanzielle Gleichstellung der Kollegen am Theater Plauen-Zwickau setzte sich die gebürtige Bremerin ebenso ein wie für Belange der Bürger im Plauener Kulturausschuss. Sabine Schott sprach mit ihr.

Freie Presse: Frau Aßmann, Sie verlassen das hiesige Theater zum Spielzeitende. Nach vier Jahren in der Region - wen oder was werden Sie vermissen?


Nadine Aßmann: Mir ist einiges ans Herz gewachsen. Ich kannte Plauen vorher nicht, doch ich habe mich am Theater, mit den netten Kollegen und in meiner Wohnung, die ich sehr vermissen werde, schnell wohlgefühlt. Mich haben aber von Anfang an die "Wir sind Deutschland"-Versammlungen und Aufmärsche des Dritten Weges sehr irritiert. Nach den Europa- und Kommunalwahlergebnisssen ist daraus große Sorge geworden. Wie man reagieren soll? Ich denke, ein erster wichtiger Schritt ist, nicht wegzusehen und sich klar zu äußern. Doch es muss mehr passieren, und hier steht jeder Einzelne und auch die Stadt in der Verantwortung.

Wohin führt Sie Ihr beruflicher Weg?

Ich kehre nach sieben Jahren, seit ich nach dem Studium wegging, nach Berlin zurück. Ich hab mich bewusst entschieden, zum ersten Mal freiberuflich zu arbeiten. Meine Heimatstadt Bremen ist dann nicht mehr ganz so weit. Ich werde viel unterwegs sein und in anderen Städten arbeiten. Ich bin neugierig auf viele neue Orte, Theater und Kollegen. Gerade probe ich neben den letzten Vorstellungen in Zwickau schon für die weibliche Hauptrolle in "Amphitryon" bei den Rosenberg-Festspielen in Kronach. Außerdem arbeite ich an Ideen für meine eigenen Herzensprojekte, ich möchte meine Fühler in alle Richtungen ausstrecken und spielen, singen, schreiben und inszenieren. Bald komme ich für die Umsetzung meiner Inszenierung von "Die letzten fünf Jahre" noch einmal nach Plauen. Die Premiere ist am 28. Februar.

Sie haben sich im Kultur- und Sportausschuss des Stadtrates engagiert. Warum?

Das hat mehrere Gründe: Ich liebe meinen Beruf über alles. Wenn ich mich nicht kreativ ausleben könnte, würde ich eingehen. Doch wer glaubt, dass ein Künstler von Luft und Liebe leben kann, ist im Irrtum; und um kreativ arbeiten zu können, ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen, braucht man gewisse Grundbedingungen. Des Weiteren glaube ich, dass Kultur und Sport wichtig für unserer aller Entwicklung sind. Meine Zeit als Teenie im Volleyballverein hat mich Teamfähigkeit und Durchhaltevermögen gelehrt. Musik zu hören, ins Theater zu gehen, hat mich für andere Ansichten geöffnet und mich immer wieder inspiriert, mir zuzutrauen, die Welt verändern zu können. In der Arbeit mit Jugendlichen habe ich gesehen, wie schnell sie ermutigt werden können, ihren individuellen Weg zu finden, der sie glücklich macht.

Haben Sie zwischen allem Umzugsstress auch ein wenig Gelegenheit durchzuatmen? Verreisen Sie?

In die Freiberuflichkeit zu gehen, ist ein großer Schritt. Daher kann ich tatsächlich entspannter durchatmen, seitdem ich Projekte in Aussicht habe. Meine Reise nach Schweden musste ich aber wegen meines spontanen Jobs in Kronach absagen. Zur Freiberuflichkeit gehört eben auch, dass man immer auf der Suche nach Folgeaufträgen ist. Ich freue mich aber, sehr bald Zeit mit meiner Familie verbringen zu können.

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