Schausteller achten strikt auf Hygienekonzept

Als Trostpflaster für die entgangene Kirmes veranstalten fünf Schausteller einen Mini-Rummel in Falkenstein.

Falkenstein.

Normalerweise ist Anfang Oktober Kirmeszeit in Falkenstein. Diesmal fällt sie aus. Fünf Schausteller haben kurzerhand für Ersatz gesorgt und ihre Fahrgeschäfte vergangene Woche auf dem Jahnplatz aufgebaut. Am heutigen Montag ist Familientag und letzte Besuchsgelegenheit.

In dem eingezäunten Gelände mit kostenfreiem Zutritt warten Autoscooter, eine Schiffsschaukel, ein Karussell, Geschicklichkeitsspiele und Versorgungsstände auf Rummelfans. Erwachsene müssen allerdings auf eines verzichten: "Alkoholausschank hat die Stadt nicht erlaubt", sagte Hauptorganisator Udo Weichsel. "Sie ist die einzige, die das untersagt. Aber wir setzen uns nicht darüber weg." Weichsel und seine Kollegen kommen viel rum. "Die letzten Plätze waren alle gut bis super gut", stellte er Vergleiche an. "Und Eibenstock letzte Woche war fast der Wahnsinn." Da konnte Falkenstein bisher nicht mithalten. Weichsel glaubt, einen wichtigen Grund zu kennen: Jetzt haben die Schausteller nicht das beste Wetter-Los gezogen.

Sowohl Ausrichtern als auch Besuchern wäre die Kombination mit der Kirmes eindeutig lieber gewesen. "Die Stimmung wie sonst kommt nicht ganz auf", sagte Dagmar Rettig. "Aber wir sind froh, dass wir wenigstens den Rummel da haben. So können sich die Kinder mal austoben und was anderes erleben." Umgekehrt freuen sich die Schausteller über jeden Gast. Eine Maskenpflicht hat Udo Weichsel ihnen nicht verordnet. Wer wollte, konnte den Mund-Nasen-Schutz tragen. Davon Gebrauch machte kaum jemand. An das Hygienekonzept vom Gesundheitsamt halte er sich strikt, sagte Weichsel. Er zieht mit einem Autoscooter durch die Lande. Er stammt aus Plauen, seine Kollegen aus Mittweida, Rehau und aus der Nähe von Zwickau. "Wir fahren schon eine Woche zusammen", berichtete er. Jedes Wochenende ist ein anderer Ort dran und 14 Tage irgendwo zu bleiben die absolute Ausnahme. "Das wollen wir auch gar nicht. Wir sind ein bissel fahrendes Volk", sagte Udo Weichsel.

Vor 30 Jahren ging der Plauener unter die Schausteller. Üben Rummel noch die gleiche Faszination aus wie damals? "Die billigen Preise konnten wir nicht halten", so der Fachmann. "Das ist schon ein hartes Gewerbe geworden. Ich habe den Vorteil, dass mein Zeug zwar alt ist, aber bezahlt." Zehn Festplätze sind Weichsel dieses Jahr weggebrochen. Während der Verbotszeit sattelte er vorübergehend um: "Da habe ich ein paar Wochen in einer Bäckerei ausgeholfen. Ich bin Bäcker von Beruf."

Der Rummel auf dem Falkensteiner Jahnplatz öffnet am Montag von 14 bis 20 Uhr. Ab Freitag ist er zu den gleichen Uhrzeiten vier Tage im Treuener Kulturzentrum am Sportgelände anzutreffen.

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.