Schlappe fürs Rathaus: Gericht kippt Bußgeld

Plauen.

Beschwerden über den Lärm einer Freiluftveranstaltung in Plauen sind jetzt für den Veranstalter glimpflich ausgegangen. Sein Widerspruch vor Gericht gegen den Bußgeldbescheid der Stadt Plauen in Höhe von 150 Euro hatte Erfolg.

Das Ordnungsamt hatte die Strafe erlassen, nachdem es im Oktober 2017 bei der Freiluftveranstaltung in einem Plauener Stadtteil bis vier Uhr früh zu laut zugegangen sein soll. Ein Anwohner hatte sich beschwert, weil er um den Nachtschlaf gebracht worden war. Zudem hatte die Stadt das Bußgeld damit begründet, dass der Veranstalter das Event erst zwei statt sechs Wochen zuvor angezeigt hatte.

Ein Vertreter des Vereins, der die Veranstaltung ausgerichtet hatte, wies die Schuld an dem Lärm von sich. Ihr Termin sei genau 24 Uhr zu Ende gewesen. Ein Zeuge bestätigte die Angaben. Allerdings gab es in der Nachbarschaft eine Diskothek. Der Lärm könne aus dort geöffneten Fenstern gekommen sein, hieß es.

Der Richter zeigte sich in der Verhandlung verwundert über die Arbeitsweise der Stadtverwaltung: Das Ordnungsamt hätte die Ursache für den Lärm prüfen müssen, bevor es einen Bußgeldbescheid erlässt, urteilte er. Zudem könne die verspätete Anmeldung nicht geahndet werden, wenn das Amt einmal die Genehmigung erteilt hat. (sher)

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