Schlechte Noten für Toiletten in der Innenstadt

In der Jahreshauptversammlung des Dachverbandes Stadtmarketing wurden erste Ergebnisse einer Online-Umfrage zum Leben in Plauen vorgestellt. Die Verbandsmitglieder wollen darauf aufbauen. Es gibt einiges zu tun.

Plauen.

385 Plauener haben sich im März an der Online-Umfrage von Soziologie-Studentin Nathalie Mainka beteiligt. Die 21-Jährige wollte wissen, wie Plauener ihre Stadt sehen. Am Dienstagabend nutzte die gebürtige Plauenerin in der Jahreshauptversammlung des Dachverbandes Stadtmarketing die Gelegenheit, erste Ergebnisse vorzustellen. Demnach ist es um die öffentlichen Toiletten im Stadtzentrum schlecht bis sehr schlecht bestellt, wird die weitere Belebung des Altmarktes gefordert und es werden mehr öffentliche Spielplätze in der Innenstadt gewünscht.

Nathalie Mainka hat den Umfrageteilnehmern auf ihrem Internetformular neben dem Ankreuzen von Bewertungen wie Gut oder Schlecht auch einen Platz für das Eintragen eigener Ideen gelassen. Der Platz wurde genutzt. Die meiste Freizeit verbringen die Bürger bei Besuchen im Zentrum übrigens in der Stadt-Galerie.


"Wir sollten diese Umfrage weiterverwerten, da kann man was draus machen", schlug Andreas Stephan nach der Präsentation vor. Er ist Geschäftsführer der Maler Plauen GmbH, die Mitglied im Stadtmarketing ist. Der Vorsitzende des Dachverbandes, der Stadtwerke-Strom-Geschäftsführer Peter Kober, sieht das genauso und hat angekündigt, dass man sich mit den Umfrageergebnissen befassen werde. Die meisten Teilnehmer haben Plauen insgesamt gut benotet und gelobt.

Nicht ganz so gut bewertete SPD-Stadtrat Frank Zabel in seiner kurzen Rede die Arbeit des 2001 gegründeten Dachverbandes Stadtmarketing - ein Zusammenschluss von Unternehmern, Institutionen und Vereinen. "Wo bringen wir die Stadt voran?" fragte er als Mitglied der SPD-Grüne-Stadtratsfraktion in die Runde. Was genau bewege der Dachverband und wie werde Plauen außen wahrgenommen, wollte er zudem wissen. Wenn sich für 2018 nach Austritten und Neuanmeldungen lediglich ein Zuwachs von einem neuen Mitglied ergebe, sei das Stagnation, sagte er weiter.

Man nehme die Kritik gerne auf, reagierte Peter Kober. Der Verein arbeite jedoch nicht gewinnorientiert, erinnerte der Vorsitzende. "Wir ermöglichen viele Dinge, die sonst nicht möglich wären", machte der Stadtwerke-Chef auf Aktionen und Vorhaben aufmerksam. Wenn man höhere Einnahmen erzielen wolle, müsse man andere Wege gehen. Darüber müssten die Mitglieder letztlich entscheiden. Die waren zum Teil aber anderer Ansicht.

"Die Kräfte in der Stadt waren stark zersplittert", erinnerte Sachsendruck-Geschäftsführer Kai-Uwe Groß an die Zeit nach Gründung des Dachverbandes im Jahr 2001. Groß leitete die Organisation bis 2007. Jeder habe damals für sich gekämpft. Man habe dann zunächst ein Netzwerk aus Politik, Wirtschaft und Vereinen aufgebaut, das heute großen Nutzen bringe. "Der Dachverband ist wichtig", meinte auch der Direktor der Berufsakademie, Lutz Neumann. Er könne der Kritik von Frank Zabel nicht zustimmen. Plauen sei eine schöne Stadt, was viele von deren Einwohnern aber nicht so wahrnehmen würden. Daran gelte es zu arbeiten. "Man muss die Stimmung langsam drehen."

Der Dachverband Stadtmarketing hat derzeit 80 Mitglieder. Die jüngsten Mitglieder sind das Unternehmen E-Control-Glas und der Regionalverband Vogtländischer Kleingärtner. Vor neun Jahren sind es nur 48 Mitstreiter gewesen. Im Vorjahr haben vier Firmen und Vereine ihre Mitgliedschaft beendet, fünf neue kamen dazu.

Das 2014 gestartete Gutscheinheft für Neubürger und auch die 2017 begonnenen Spitzengenuss-Woche finden weiterhin statt, kündigte Geschäftsführerin Katja Eberhardt an. Der 2018 erstmals organisierte Fotowettbewerb Lieblingsplätze geht ebenfalls weiter. Als nächsten Höhepunkt kündigte sie den Umzug zum 60. Spitzenfest an, der am 23. Juni mit mehr als 2000 Teilnehmern stattfindet. Weitere Projekte finden sich auf der Internetseite des Dachverbandes.

www.stadtmarketing-plauen.de

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