Schneidenbach: Glitzner investiert in Brandschutz

Die Kreisverwaltung hat ihre Pläne für den brandanfälligen Müllstandort präsentiert. Landrat Keil: Es wird mehr Kontrollen des Mülls geben.

Schneidenbach.

Vertreter des Vogtlandkreises um Landrat Rolf Keil (CDU) haben am Müllstandort Glitzner in Schneidenbach über ihre Pläne für die kreiseigene, in jüngster Zeit von zwei Bränden betroffene Müllfirma informiert. Ergebnis der Veranstaltung: Eine beim Großbrand im September nahezu zerstörte Halle wird wieder aufgebaut, der vorbeugende Brandschutz für den Standort verbessert.

Landrat Keil: "Dazu gehören mehr stichprobenartige Kontrollen des gewerblichen Mülls. Wer gefährliche Stoffe entsorgt, muss mit einer Strafanzeige rechnen und wird nicht mehr bedient" , so Keil im Hinblick auf mutmaßliche Auslöser der Feuer. Brandursachenermittler hatten auch im Juni von Selbstentzündung gesprochen - möglicherweise verursacht von einer bei Ladearbeiten beschädigten Lithium-Batterie. Im Kreistag hatte Wirtschaftsdezernent Lars Beck über gefährliche Flüssigkeiten wie Lack oder Roundup in Kanistern berichtet, die eine angesehene wie zertifizierte Firma im zulässigen Müll entsorgt haben soll. Dem will man nun besser begegnen.

Sollte es dennoch zum Brand kommen, soll vor allem die erste Bekämpfung des Feuers schneller erfolgen. So werden voraussichtlich im September auf dem Gelände feste Löschwasseranschlüsse installiert - bisher musste erst eine Löschstrecke zum Teich unterhalb des Betriebsgeländes aufgebaut werden. Überdies soll die wiederaufgebaute Halle - Baubeginn in diesem Jahr - an den Eingängen mit Löschwassertanks ausgerüstet werden, um Mitarbeitern rasche Erstbekämpfung zu ermöglichen.

Der Wiederaufbau der Halle und deren Ausrüstung mit Brandschutztechnik wird Glitzner wieder die Annahme von Restmüll erlauben. "Derzeit haben wir immer noch einen Annahmestopp für Gewerbeabfälle", so Geschäftsführer Jörg Blei. Anders als bis zum September-Brand verarbeitet Glitzner Restmüll nicht mehr zu Ersatzbrennstoff. "Das Thema ist vom Tisch", bekräftigte Keil die Entscheidung. Schneidenbach soll nur Zwischenlager für Sondermüll, Restmüll und Siedlungsabfälle sein.

Die Bedeutung des Standorts unterstrich Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU): "Reichenbach steht zu dem Standort." Laut Blei sind 85 Mitarbeiter beschäftigt.

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