Schnelles Internet für Weischlitz: Holpriger Ausbau geht zu Ende

Verspätet und nicht so leistungsstark wie angekündigt - nach anhaltender Kritik macht sich jetzt Erleichterung breit.

Weischlitz.

Der Weg ins 21. Jahrhundert ist mangels funktionierender Datennetze mitunter steinig und konfliktreich. Das erleben zurzeit die Weischlitzer mit dem Breitbandausbau durch die Deutsche Telekom. Ende 2018 hatte das Unternehmen den Anwohnern der Plauener Straße zugesagt, bis Ende März 2019 Bandbreiten bis zu einem Gigabit pro Sekunde (GBit/s) zur Verfügung zu stellen. Doch der Termin verstrich. Auch neun Monate später nerven langsame und ruckelnde Datenübertragungen Privatleute und Firmen wie Elektro-Kraus.

Catherina Kraus hatte vor einem Jahr den schleppenden Ausbau und das Hinhalten der Kunden durch die Telekom öffentlich kritisiert. "Es ist seither nichts passiert", sagt die Weischlitzerin nun. Die grauen Kästen mit digitaler Technik und flotten Werbesprüchen stehen im Ort, beauftragte Mitarbeiter der Telekom waren im Haus. Und dennoch steht nur das langsame Funk-DSL zur Verfügung. Was ist da los?

Doch die Voraussetzungen in Weischlitz sind jetzt geschaffen. Alles soll nun rasch gehen. Telekom-Sprecher Georg von Wagner sagt auf Anfrage der "Freien Presse": "Im gesamten Ausbaubereich Weischlitz wurde Anfang November der sogenannte Längsausbau abgeschlossen. Alle nötigen Kabel und Rohre befinden sich in der Erde." Von 19 Umschaltbereichen seien bislang 17 aktiv umgeschaltet.

In den Ortsteilen Geilsdorf und Pirk sollen die Netz-Umschaltungen ab der 50. Kalenderwoche starten. Das wäre dann ab 10. Dezember. "Insofern die Wetterlage es ermöglicht, werden die gesamten Umbauarbeiten bis Ende Januar abgeschlossen sein", betont Georg von Wagner.

Zurzeit finden in Weischlitz Testläufe statt. Bisher ist das Breitbandangebot im Bereich Schulstraße buchbar. Die weiteren vier Bereiche "werden sukzessive freigegeben", sagt der Telekom-Sprecher. Über die Verfügbarkeit sollen die Bürger zeitnah über Medien, Infoveranstaltungen und Flyer informiert werden, kündigt er weiterhin an. "Wir versuchen, den Bürgern von Weischlitz noch in diesem Jahr die gewünschten Bandbreiten zur Verfügung zu stellen."

Nach erfolgreicher Abschlussprüfung stehen dann Bandbreiten bis zu 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) bereit. Das ist für die nicht gerade verwöhnten Weischlitzer ein Quantensprung, liegt aber unterhalb der ambitionierten Telekom-Ankündigung vor einem Jahr. Da hatte von Wagner "Bandbreiten bis zu 1 GBit/s" angekündigt - das wäre das 20-Fache. Doch um Video-Angebote wie Netflix oder Amazon prime ruckelfrei nutzen zu können, reichen die 50 MBit/s allemal.

"Ein sehr komplexes Bauvorhaben", sagt Bürgermeister Steffen Raab (Freie Wähler), auch wegen der vielen Ortsteile. Er sei erleichtert, dass der Ausbau des schnellen Internet dem Ende zugeht. Alle vier bis sechs Wochen gibt es Gespräche mit dem Netzanbieter. "Für die Bürger ist manches nur schwer aushaltbar", sagt Steffen Raab. "Ich kann die Firma Elektro-Kraus verstehen." Weil er im Amtsblatt eine optimistische Aussage der Telekom verbreitet hatte, die letztlich nicht haltbar war, bekam auch der Ortschef den Unmut der Betroffenen zu spüren. Nun wäre er über einen baldigen Abschluss der Arbeiten einfach nur froh.

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