Schottergärten rücken ins Blickfeld

Stadt Plauen drängt mehr auf naturnahe Gestaltung

Plauen.

Während anderenorts Schottergärten verboten wurden, werden sie in der Stadt Plauen bislang nicht als "ernsthaftes Problem" angesehen. Mit dieser Aussage reagiert Bürgermeisterin Kerstin Wolf (parteilos) auf eine Anfrage im Stadtbau- und Umweltausschuss.

In der Zukunft wolle die Stadt aber vorbeugend handeln. "Das Fachgebiet Bauordnung wird zukünftig bei Baugenehmigungen darauf hinweisen, dass Vorgärten naturnah zu gestalten sind und auf Schotterflächen zu dekorativen Zwecken verzichtet werden sollte", kündigte Wolf an. Die Gemeinden können in Bebauungsplänen und anderen Satzungen entsprechende Regelungen treffen. "Insofern wird die Stadt Plauen dies bei der Aufstellung von zukünftigen B-Plänen berücksichtigen", so Wolf. In der Praxis sei es so, dass die bei vorhandenen Gebäuden nachträglich umgestalteten Gärten keiner Genehmigungspflicht unterliegen und somit die Stadt keine Kenntnis davon erhält. Bei Neubauten seien bei der Abnahme die Außenanlagen zum Großteil noch nicht fertiggestellt, sodass in der Bescheinigung lediglich darauf hingewiesen wird. Nachkontrollen finden nicht statt, so Wolf.

Schottergärten stehen in der Kritik, weil durch fehlende Pflanzen Insekten und Vögel weniger Nahrung, Versteckmöglichkeiten und Nistplätze finden. Ein Fall für das Sächsische Naturschutzgesetz sind sie laut Wolf im Stadtbereich aber nicht. Bei den Schottergärten handele es sich in der Regel um wasserdurchlässige Flächen, die zumindest teilweise bepflanzt sind. Damit würden sie den Anforderungen der Sächsischen Bauordnung erfüllen. (bju)

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
11 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    4
    Tauchsieder
    23.01.2021

    Da staunst du Bauklötzer und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ein weiteres typisches Beispiel für das Motto: - Wenn zwei das Gleiche tun ist es noch lange nicht dasselbe -. Hat nicht erst vor kurzem die Stadt Plauen ihren "Vorgarten", den geschützten Landschaftsbestandteil "Schlosshang", in eine Steinwüste und/oder Schotterpiste verwandelt?
    Wie glaubwürdig würde dies wirken, wenn die Stadt gegen Privatleute und deren "Schottergärten" vorgehen würde. Man hat sich selbst diesbezüglich völlig unglaubwürdig gemacht. Für mich ein echter Rohrkrepierer, der Schuss geht voll nach hinten los.