Schulbusse: Mal zu spät, mal zu früh

Eltern zahlen pauschal 120 Euro pro Schuljahr fürs Ticket. Reibungslos klappt die Beförderung jedoch längst nicht überall.

Der vogtländische Kreis-elternrat (KER), die Vereinigung der rund 80 Schulsprecher, hat am Mittwochabend im Saal des Plauener Landratsamtes vorwiegend über ein Thema debattiert. Es ging um Probleme beim Schülertransport.

Auf das Angebot sind fast 10.000 Schüler zwischen Bad Brambach und Reichenbach angewiesen. Sie alle zahlen für ein sogenanntes Schülerticket und können dafür theoretisch überall und jederzeit die "Öffentlichen" nutzen. War es noch vor Kurzem die Diskussion um den neu eingeführten Eigenanteil - 120 Euro sind pauschal für ein Schuljahr zu berappen -, so ist es inzwischen eine Vielzahl an Kritikpunkten: Die Busse des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland würden zum Beispiel morgens oftmals recht spät fahren, sodass Schüler erst mit Müh und Not zum Unterricht kämen. Oder die Zubringer rollten schon los, bevor die Pausenklingel überhaupt ertönt ist. Für die Schüler, die im ländlichen Gebiet ohnehin lange Wege haben, bedeutet das nochmalige Wartezeit. Extremster Fall: 50 Minuten plus 40 Minuten Fahrtzeit nach Hause.

Aber auch überfüllte Busse erregen regelmäßig die Gemüter. Sie wolle sich nicht ausdenken, was passiert, wenn der Bus eine Vollbremsung mache, so eine Mutter aus dem Oberen Vogtland. Schließlich seien die Kinder nicht angeschnallt und müssten oft stehen.

Im Diskussionsverlauf wurde auch eine Lanze für den Nahverkehr gebrochen, es gebe freundliche Mitarbeiter, die viel möglich machten, hieß es aus der Elternrunde.

Die nächste Vollversammlung soll Ende Mai stattfinden. Dann will man neben ÖPNV-Geschäftsführer Thorsten Müller auch Landrat Rolf Keil (CDU) und Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) einladen.


Stimmen zum Schülertransport im Vogtland:

René Brückmann, Chef des Kreis-elternrats (KER): "Eine für alle zufriedenstellende Lösung ist wohl erst einmal nicht abzusehen."

Jens Uhlmann vom KER: "Die derzeitige Situation bei uns in Falkenstein ist katastrophal."

Thomas Krause, Vorstandsmitglied im KER: " Das Busunternehmen ist ein Dienstleister. Geld dürfte es nur bekommen, wenn die Fahrzeuge vor Schulbeginn ankommen und nach Schulende losfahren."

Eine Mutter aus Tirpersdorf: "Jetzt haben wir bereits die Zahlungsaufforderung fürs nächste Schuljahr bekommen. Ich finde das frech."

Helmut Meißner, Dezernent im Landratsamt: "Eltern und Verantwortliche müssen an einen Tisch."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...