Schulpfarrer: "Ich bin gespannt auf den Neubeginn im Vogtland"

Rico Drechsler soll jetzt Religionsunterricht in Plauen und Markneukirchen halten. Er liebe es, wenn dieses Fach unterschätzt wird, sagt der gebürtige Erzgebirger.

Plauen.

Rico Drechsler ist Plauens neuer Schulpfarrer. Damit unterstützt er den Auerbacher Kollegen Matthias Berger. Drechsler soll an drei Plauener Einrichtungen sowie in Markneukirchen Religionsunterricht geben. "Das ist ja ein Fach, das wohl keiner für wichtig hält", sagt der 36-Jährige. Doch genau dieses Unterschätzen liebe er, denn so erhalte er Freiräume. "Oder wer hat das schon gedacht, dass ausgerechnet Kerzen und Gebete bei der Friedlichen Revolution 1989 derart wichtig sein könnten", fragt der in Annaberg-Buchholz geborene Pfarrer, der im Wendejahr in Mildenau eingeschult worden war.

Drechsler ist verheiratet und hat drei Kinder. Es war eine ungewöhnlich lange und dennoch mitreißende Predigt, die er vor wenigen Tagen bei seiner Amtseinführung in der Lutherkirche hielt. Nahe des Erzgebirgsstädtchens seiner Kindheit und Jugend hatte er nach dem Theologie-Examen fast sechs Jahre lang ein Heimspiel, absolvierte er doch seinen Probedienst an Kirchgemeinden in Thum und Jahnsbach. Drechslers Kinder lernten dort das Laufen. Nun beginnt ein neuer Abschnitt für die Familie. Er freue sich darauf, sagt der ambitionierte Radfahrer und Kletterer mit der kräftigen Stimme und der deutlichen Aussprache. "Ich bin vor allem gespannt, welche Sichtweisen meine Schüler auf das Evangelium für ihre Lebensgestaltung entwickeln", so Drechsler, dessen Frau ihre Facharztausbildung beginnen wird.

Die Kinder des Pfarrers kommen auch bald in die Schule. Diesen säkularen Raum sieht Superintendentin Ulrike Weyer als Chance und Herausforderung zugleich. "Sie sind das Gesicht und die Stimme unserer Kirche in der Schule", sagte sie während der Amtseinführung zu Drechsler und: "Wir sind froh, dass wir Sie haben." Religionsunterricht sei kein Relikt alter Zeiten, so die oberste Pfarrerin des Kirchenbezirks Plauen. Man dürfe nicht müde werden, sich darin mit Nächstenliebe zu beschäftigen. Auch sei das Fach laut Weyer geeignet, Fragen nach Sterben und Tod zu stellen. Beides spielte in Drechslers Antrittspredigt eine Rolle. Es ging unter anderem um den Erzengel Michael und dessen himmlischen Kampf mit dem Drachen, den man mit manch neuzeitlichem Dämon, etwa mit Krieg, Sucht oder Krankheit, gleichsetzen könnte.

Drechsler interessiere sich für die Ostkirchenkunde und für Lokalpolitik. Er ist Mitglied in der CDU. Lutherkirchen-Pfarrer Andreas Gräßer werde weiter vollumfänglich für die Gemeinde da sein, so Superintendentin Weyer.

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