Schutzgebiet per Hand gemäht: Feuchtwiesen für Schafe tabu

Der Sachsenforst hat ein neues Naturschutzkonzept auf den Weg gebracht. Waldökologe Mathias Schmidt gab am Mittwoch im Naturschutzgebiet Großer Weidenteich Einblicke in den Maßnahmenplan.

Plauen.

Mit 335 Hektar ist das Naturschutzgebiet (NSG) Großer Weidenteich zwischen Schneckengrün und Kobitzschwalde das größte seiner Art im Vogtland. Die markante Landschaft mit Gewässern, offenen und bewaldeten Flächen bietet Lebensraum für eine Vielzahl von selten gewordenen Pflanzen und Tieren. Die Pflege von Feuchtwiesen ist ein wichtiger Baustein im neuen Naturschutzkonzept vom Sachsenforst. Es handelt sich um Einzelprojekte, die in den nächsten fünf Jahren greifen sollen. Zum Maßnahmenplan gehören Waldumbauprojekte, Renaturierungs- und Artenschutzprojekte sowie umfangreiche Aktivitäten in der Offenlandpflege.

Am Mittwoch gab Waldökologe Mathias Schmidt vom Forstbezirk Plauen auf einer Fläche am Lambzigbach Einblicke in die gezielte Landschaftspflege. Vor Ort waren Mitarbeiter eines Rodewischer Unternehmens mit der Mahd beschäftigt. "Hier hat zuletzt der Heilziest geblüht", verriet der Experte. In Folge von Entwässerungsmaßnahmen kommt die Pflanze im Vogtland sehr selten vor. Der Standort wird jährlich nur einmal gemäht. Aufgrund der Sensibilität der zum Teil schwer zugänglichen Bereiche ist ein Befahren mit schwerer Technik untersagt. "Gemäht wurde mit Handmotorbalkenmäher", erklärte der Sachsenforst-Mitarbeiter. Das Schnittgut wurde von den Landschaftspflegern auf einer Plane gesammelt und per Traktor und Seilwinde aus dem Gebiet gezogen. Auf den feuchten Flächen des NSG gedeiht unter anderem das Breitblättrige Knabenkraut. Es handelt sich um eine Orchideenart, die auf nicht gedüngten Feuchtwiesen wächst.

Im gesamten Feuchtwiesenkomplex rund um den Großen Weidenteich werden drei größere Bereiche gepflegt. Laut Forstbezirk entspricht das fast vier Hektar. Frühestens Ende Juli beginnen regionale Firmen mit dem Grasschnitt. Die im NSG gehaltenen Schafe müssen um diese sensiblen Gebiete einen großen Bogen machen, weiß Schmidt. "Unsere Pflegemaßnahmen sind mit der Naturschutzbehörde abgestimmt." Ansonsten tragen die rund 600 Tiere von April bis Oktober zum Erhalt dieser einzigartigen Landschaft bei.

Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen des Naturschutzkonzeptes gehört die Renaturierung eines Tümpels im NSG als Kammmolch-Habitat.

Weitere Infos zum Thema gibt es unter: www. sachsenforst.de

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