Schweizer Group muss erneut Insolvenz anmelden

Nach einem Verkauf an einen US-amerikanischen Investor ist der Hersteller von Aluminiumdruckgussteilen für die Automobilindustrie erneut in Schieflage geraten. 150 Plauener bangen um ihren Job. Konzernweit sind mehr als 600 Mitarbeiter betroffen.

Plauen. Für die 150 Mitarbeiter des Plauener Werkes der Schweizer Group endet die Woche mit einer Hiobsbotschaft: Der Hersteller von Aluminiumdruckgussteilen für die Automobilindustrie mit Hauptsitz in Hattenhofen (Baden-Württemberg) ist erneut in finanzielle Schieflage geraten und musste Insolvenz anmelden. 627 Arbeitnehmer an vier Standorten in Deutschland sind betroffen. Am Mittwoch war ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt worden. Die Mitarbeiter waren am Donnerstag über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informiert worden.

Das Unternehmen hatte mit dem amerikanischen Investor Marabek erst seit Herbst des vergangenen Jahres einen neuen Eigentümer, nachdem das Unternehmen Anfang 2019 schon einmal Insolvenz anmelden musste. Noch im Oktober hatte sich der Plauener Werkleiter, René Todtermuschke, zuversichtlich gezeigt: "Die Durststrecke liegt hinter uns", sagte er damals der "Freien Presse". Produziert wird auf dem Gelände der früheren Wema an der Schenkendorfstraße.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde am Donnerstag der Stuttgarter Rechtsanwalt Marcus Winkler bestellt. "Wir werden uns in den kommenden Wochen die Ausgangslage genau anschauen und alle uns zur Verfügung stehenden Optionen sondieren", erklärte er am Freitag. Sein Ziel sei es, "die bestmögliche Lösung für Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten sowie die Gläubiger des Automobilzulieferers zu finden". Die Ausgangslage sei allerdings nicht einfach. Der Geschäftsbetrieb der Schweizer Group werde derweil aufrechterhalten und laufe ohne Einschränkung weiter.

Für die Monate Januar, Februar und März 2020 erhalten die Mitarbeiter anstelle ihrer Löhne und Gehälter Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit.

1Kommentare
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  • 9
    1
    Blitzi
    31.01.2020

    Ganz toll ???? Von Amis gekauft und platt gemacht. Wer Böses dabei denkt....



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