Selbstfahrende Busse im Vogtland weiter Thema

Nachdem ein Projekt für autonomes Fahren von Bussen in der Region vor drei Jahren scheiterte, soll es perspektivisch einen neuen Anlauf geben.

Die Verantwortlichen für den Nahverkehr im Vogtland verfolgen weiterhin das Ziel, selbstfahrende Busse zu testen. Das geht aus dem aktuellen Nahverkehrsplan hervor. Konkrete Vision ist dabei eine Teststrecke für autonom fahrende Pendelbusse im Plauener Süden.

"Die Stadt Plauen beabsichtigt, eine bessere Anbindung der Plauener Ortsteile am Beispiel einer Pendelbus-Verbindung zu testen", heißt es in dem vom Kreistag beschlossenen Papier. "Gegenüber der Kemmlerschule befinden sich zwei städtische Flächen, die für die Errichtung eines E-Bahnhofes geeignet wären." Den Einsatz von selbstfahrenden Bussen sieht der Nahverkehrsplan grundsätzlich als "wichtigen Baustein" insbesondere zur Bewältigung des letzten Kilometers bis zur Haustür im ländlichen Raum. Auch fahrerlose Rufbusse könnten Ortsteile und entlegene Gemeinden flexibler an den Nahverkehr anbinden. Bis es soweit ist, wird allerdings noch Zeit vergehen, so Vogtlands ÖPNV-Chef Michael Barth. Das Thema autonomes Fahren sei bekanntlich aktuell ein weitreichendes Forschungsthema und aus Sicht des Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (ZVV) interessant, sagt Barth. "Sobald eine marktreife Infrastruktur und eine entsprechende Gesetzeslage vorhanden sind, wird sich der ZVV mit diesem Thema detaillierter beschäftigen", erklärt er.

Neben der Teststrecke im Plauener Süden sieht der Nahverkehrsplan auch die Schaffung von sogenannten Mobilitätspunkten vor. Hier sollen alle Angebote gebündelt werden: Carsharing, E-Ladestation, Fahrradstellplätze sowie eine Anbindung an den ÖPNV. Der erste Mobilitätspunkt soll an der Teststrecke für die selbstfahrenden Busse nahe der Plauener Kemmlerschule entstehen. Weitere könnten die vorhandenen Verknüpfungsstellen im Vogtland aufwerten: In Plauen an den Bahnhöfen und Endhaltestellen der Straßenbahn sowie an den Bahnhöfen in Adorf, Auerbach (unterer Bahnhof), Falkenstein, Klingenthal, Schöneck und Reichenbach sowie am Busbahnhof Rodewisch.

Der Landesverkehrsplan in Sachsen gibt als Ziel vor, diese Mobilitätspunkte bis 2030 zu schaffen. Ob es tatsächlich so kommt? Michael Barth spricht von einem "visionären Charakter". Ein konkretes zeitliches Umsetzungsziel gibt es im Vogtland bislang nicht.

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