Seltene Tiere kehren zurück ins Vogtland

Noch sind es Einzelfälle, aber es gibt sie wieder: Wildkatzen, Fischotter und Biber. Ihre Lebensräume geben die Naturschützer aber nicht preis.

Plauen/Oberlauterbach.

Einen Nachweis für einen im Vogtland lebenden Luchs gibt es bisher nicht. Das heißt aber nicht, dass es keine Luchse gibt. Oft hilft beim Nachweis der Zufall, wie vor Kurzem im Werdauer Wald. Dort hat ein Jäger bei einer Treibjagd zufällig einen Luchs fotografiert. Dass es im Vogtland Wildkatzen gibt, weiß die Öffentlichkeit auch nur, weil in Werda ein Exemplar vor ein Auto lief. Diese und andere Erkenntnisse vermittelte die Leiterin des Natur- und Umweltzentrums Oberlauterbach, Karin Hohl, jetzt bei einem Vortrag über das wilde Vogtland. Sie widmete sich dem Biber, Wildkatzen, Fischottern, dem Luchs, dem Goldschakal und dem Wolf.

Den Mitarbeitern der Naturschutzbehörde sind die Lebensräume von Bibern im Vogtland bekannt. Doch mit genauen Ortsangaben halten sie sich zurück, denn: "Wir wollen Bibertourismus vermeiden", erklärt Karin Hohl. Obwohl diese Tiere wie auch die Fischotter zu den Sympathieträgern gehören, sind nicht alle von ihrem Erscheinen begeistert. "Teichwirte haben schon genug Probleme mit Graureihern, Kormoranen, Schwarzanglern und der Wassernot in diesem Jahr", so Hohl. Komme dazu noch der Fischotter, halte sich die Begeisterung in Grenzen. Er zählt zu den gefährdetsten Wirbeltieren in Europa und steht auf der Roten Liste.

Auch das Umgestalten ganzer Landschaften durch die Fälltätigkeit des Bibers stoße nicht immer auf ungeteilte Zustimmung. Denn die Baumbesitzer wünschen sich eine andere Nutzung ihres Holzes, als das Fällen durch einen Biber. Der staut damit entweder sein Hausgewässer oder verzehrt die Rinde. Karin Hohl ist von der Sanduhrtechnik der Biber beim Fällen der Bäume begeistert: "Biber sind hervorragende Baumfäller. Ich habe noch nie von einem erschlagenen Biber gehört."

Dass es wieder Wildkatzen im Vogtland gibt, sei ein Indiz dafür, dass die Natur intakt ist. Diese Tierart würde hohe Ansprüche an ihren Lebensraum stellen. Unter anderem brauchen Wildkatzen Höhlenbäume und Wurzelteller als Rückzugsort und für die Aufzucht ihrer Jungen. Es sei schwierig, eine heimlich lebende Wildkatze zu Gesicht zu bekommen. Erkennen könne sie nur der, dem die Unterschiede zwischen wildfarbenen Hauskatzen und Wildkatzen geläufig seien, so Karin Hohl. Die Naturschutzbehörde hat sich mit viel Aufwand und mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer um Nachweise bemüht und sogenannte Lockstöcke mit Baldrian aufgestellt. Daran sollen sich die Katzen reiben und Haare zurücklassen, die als genetischer Nachweis dienen können. "Ein ehrenamtlicher Helfer legte bei 162 Kontrollgängen 620 Kilometer zurück, dabei versprühte er 1,7 Liter Baldrian und sammelte 13 Haarproben", berichtet Hohl. Dabei gab es zwei positive Nachweise.

Einen Nachweis für die Anwesenheit eines Luchs zu erbringen, sei genauso schwierig. "13 Fotofallen haben wir aufgestellt", so die Chefin des Umweltzentrums. Es habe Funde von durch Luchse gerissene Tiere, Sichthinweise und Spuren gegeben, aber keinen bestätigten Nachweis.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...