Sie setzt auf Ökobau in der City

Wo ein Problem ist, sehen sie berufsbedingt Lösungen: Architekten. "Freie Presse" stellt in loser Folge Plauens Planer und ihre Ideen für die Stadtentwicklung vor. Heute: Architektin Heike Weis.

Plauen.

Mit Fichten-, Kiefern- und Tannenholz - wer ökologisch baut, lebt gesund, das ist Heike Weis' Überzeugung. Deshalb setzt sich die Plauener Architektin bei ihren Projekten für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ein. Im Vogtland, sagt die 53-Jährige, seien die Bauherren zwar oft noch vorsichtig, doch ein Nach- und Umdenken beginne. Das freut Weis sehr.

Sie stamme aus einer richtigen Baufamilie, berichtet Weis. Vater Joachim Berthold zum Beispiel war Oberbauleiter im Talsperrenbau. Weis' Sohn tritt ebenfalls in die Fußstapfen, er studiert im 4. Semester. Ehemann Tommy ist Zimmerermeister. Mit ihm zusammen führt sie das Unternehmen Weis Holz und Bau an der Fedor-Schnorr-Straße 17. Von der Firmenzentrale aus wird besonders für junge Leute schlüsselfertiges Bauen angeboten. "Das ist im Trend", stellt Weis fest. Häuslebauer würden sich so wenig Arbeit wie möglich machen wollen.

Weis, die seit 2008 auch als Energieberaterin der Architektenkammer Sachsen tätig ist, setzt nicht nur bei Privaten auf Öko. Auch was den Städtebau anbelangt, sieht sie Potenzial im nachwachsenden Rohstoff Holz: "Er ist energiearm herstellbar, kann recycelt werden und gilt nicht als Sondermüll wie andere Baustoffe." Außerdem könne Holz mit weiteren Materialien gekoppelt werden. Bayern sei bei dieser sogenannten Holz-Hybrid-Bauweise Vorreiter, erklärt Weis. Im Nachbarbundesland würden auf die Art ebenso mehrgeschossige Büros wie Schulen entstehen.

"Mein Wunsch für Plauen und das Vogtland ist, dass ökologische Aspekte künftig mehr beachtet werden", so Weis. Ob Photovoltaik, Dachbegrünung oder energiearme Passivhäuser - da gehe noch einiges in der Region. Es sei nicht zu teuer, sondern rechne sich, sagt die Fachfrau, die sich selbst immer für eine Holzbauweise und die daraus resultierende "angenehme Wärme" entscheiden würde. Vorteile der Verarbeitung des natürlichen Stoffes sieht Weis übrigens auch im Inneren ihrer Gebäude: "Buche und Eiche eignen sich zum Beispiel für Parkettböden." Und das, obwohl die Holzpreise nicht sinken würden - trotz Borkenkäferbefalls. Weis sieht die Gründe in der erhöhter Lkw-Maut und dem Mehr an Lohnkosten. Prinzipiell könne sie sagen: "Extras sind für mich stets eine Herausforderung." Dies betreffe übrigens Ein- und Mehrfamilienhäuser.

Aktuell gebe es nur sehr wenige Freiflächen in Plauen für private Häuslebauer, so Weis. Als Beispiel nennt sie das Baugebiet rund um die Eiche in der Kemmler-Gegend. Aber es sei nicht jeder Mensch fürs Einfamilienhaus geschaffen. "Ordentlich sanierte Wohnungen gehen deshalb auch gut weg", sagt Weis. Sie halte es ohnehin für die bessere Idee, Plauens Stadtkern wieder zu beleben. "Und dabei möchte ich persönlich etwas schaffen, wo Alt und Jung integriert sind." Dabei denke sie nie absolut. Bei Einfamilienhäusern im sogenannten Bungalow-Stil etwa würden vielen annehmen, das sei ein Nonplusultra für den Lebensabend. "Aber Bungalows sind doch sehr platzintensiv, und sie müssen auch nicht zwangsläufig behindertengerecht sein. "Es gibt auch super Grundrisse auf zwei Etagen", so Weis' Meinung. Einer, der sich übrigens vom Thema Holz begeistern lassen hat, ist Steinmetz Jens Schneider. An der Reißiger Straße hat er sich 2016 ein neues Büro und eine Werkstatt im Öko-Gewand errichten lassen. Weitere typische Weis-Bauten in Plauen sind zum Beispiel der Sitz der Firma Westring (2004) nebst Anbauten und das Gebäude der Firma Federntechnik Knörzer in Neuensalz (2017/18).

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