Sparkasse: Gespräche abgelehnt

Prämiensparern droht Verjährung ihrer Ansprüche

Plauen.

Die Sparkasse Vogtland hat ein bereits vereinbartes Gespräch mit dem Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen zum Umgang mit enttäuschten Sparern platzen lassen. Wie berichtet, waren bei Auflösung sogenannter Prämiensparverträge nach Auffassung der Verbraucherschützer Zinsen falsch berechnet und zu geringe Beträge an betroffene Sparer mit Prämiensparverträgen flexibel gezahlt worden.

Die Verbraucherzentrale unternahm im Auftrag von Kunden den Versuch einer außergerichtlichen Einigung. Dieser wurde vom Kreditinstitut zurückgewiesen. Gegen die Sparkasse Leipzig ist eine Musterfeststellungsklage anhängig. Das prüft die Verbraucherzentrale jetzt auch gegen die Sparkasse Vogtland. Andreas Eichhorst, Vorstand der Verbraucherzentrale: "Verärgerte Kunden der Sparkasse Vogtland fordern, dass wir uns weiter für sie einsetzen und dass gegebenenfalls auch ihr Institut wegen zu wenig gezahlter Zinsen verklagt wird."


Darüber und über noch mögliche Kompromisse einer Nachzahlung wollte man sich am heutigen Mittwoch auf Vorstandsebene in Plauen unterhalten, informiert Eichhorst. "Mit Bedauern haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass der bereits bestätigte Gesprächstermin kurzfristig zurückgezogen wurde." Eichhorst: "Das ist bitter für die Sparer. Viele von ihnen hatten Hoffnung, dass eine akzeptable Kompromisslösung zustande kommt. Immerhin haben bis jetzt reichlich 500 Betroffene ihre Verträge prüfen lassen. Sie kennen ihre Nachzahlungsansprüche. Die Enttäuschung über das Verhalten der Sparkasse wird erneut sehr groß sein." Zudem laufe die Verjährungsfrist weiter. Deshalb müssten jetzt Maßnahmen getroffen werden, diese zu hemmen: "Neben Individualklagen rückt eine zweite Musterfeststellungsklage deutlich näher." Die Verbraucherzentrale werde in Kürze dazu entscheiden. Die Sparkasse Vogtland wollte zum Sachverhalt auf Anfrage der "Freien Presse" keine Stellungnahme abgeben. (us)

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