Spaß in der Schule? Lehrer pauken in den Ferien Humor

Die Lehrer des Plauener Diesterweg-Gymnasiums sind auch in den Ferien fleißig. Gestern stand Humor auf dem Stundenplan.

Plauen.

Kennen Sie den? "Kommt ein Mann zum Arzt ..." Nein, nie gehört. Wozu auch? Auf diesem Schenkelklopfer-Niveau hat sich die gestrige Fortbildung für Lehrer am Plauener Diesterweg-Gymnasium sowieso nicht bewegt. Der Titel des Seminars lautete: "Wir haben gut lachen" - Humor als Lernbeschleuniger und Vertrauensbildner in der pädagogischen Arbeit.

Lehrer und Humor - geht das überhaupt? Eva Ullmann vom Deutschen Institut für Humor in Leipzig findet das schon. "Ich halte meine Vorträge auch in Unternehmen und Krankenhäusern." Pädagogen sind ihr in dieser Mischung nicht als besondere Spaßbremsen aufgefallen. Allerdings sei bei Lehrern Sensibilität ganz besonders wichtig. Denn diese bewegten sich mit ihren Schülern humortechnisch nicht immer auf Augenhöhe. "Gerade wenn Kinder Ironie oder Sarkasmus von Zuhause her nicht kennen, können sie das in der Schule gar nicht einordnen." Der richtige Humor soll es sein. Er darf niemanden abwerten - weder den Schüler noch den Lehrer.

Das klingt zu akademisch? Okay, werden wir konkret! Kennen Sie den? "Gibt's bei dir Frühstück, oder kannst du das auch nicht?" Diese Art von Humor setzt den anderen herab. Ein weiteres Szenario, näher am Schulalltag: Der Lehrer kommt früh ins Klassenzimmer und fällt dabei hin. Lehrer-Witzvariante 1: "Ich hab meine Gliedmaßen noch nicht unter Kontrolle und mich selbst flachgelegt." Schon irgendwie lustig. Aber damit setzt sich der Pädagoge selbst herab. Witzvariante 2 ist besser: "Liebe Schüler, das war erst der Anfang. Wartet erst mal meinen Abgang ab." Ebenfalls lustig, aber damit schießt sich der Lehrer nicht ins eigene Knie.

Dies alles fällt unter die Kategorie "Vertrauensbildung". "Lernbeschleuniger" geht anders. Dabei gilt eher das Motto: "Wenn du deine Schüler nicht davon überzeugen kannst, dass der Unterrichtsstoff spannend ist, überrumple sie!" Wie wäre es mit dem Periodensystem der Elemente als Comic? Oder damit, den berühmten Balkon-Dialog zwischen Romeo und Julia mit mathematischen Begriffen anzureichern? Kostprobe gefällig? "Der Liebe leichte Primzahlen trugen mich."

Lehrer Steven Fischer als Romeo hatte jedenfalls gestern durchaus seinen Spaß, als er mit Dozentin Eva Ullmann diesen mathematisch-literarischen Wortwechsel durchexerzierte. Und Lachen steckt ja bekanntlich an. "Je ungewöhnlicher die Bilder, desto mehr bleiben sie hängen", sagte Eva Ullmann. Der knieende Mathe-Romeo bleibt bestimmt in den Köpfen kleben.

Nun müssen die 70 Pädagogen das Ganze nur noch umsetzen - damit das Diesterweg-Gymnasium nach den Ferien ein Ort des Frohsinns und der Heiterkeit werde! Wenn das nicht auf Anhieb klappt, werdet bitte nicht gleich ungeduldig, liebe Schüler. Nicht jeder Lehrer ist von Natur aus ein Spaßvogel. Dozentin Ullmann: "Aber je öfter man das trainiert, desto besser klappt es."

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