SPD schickt 50 Bewerber ins Kreistags-Rennen

Der langjährige Fraktionsvorsitzende Lutz Kätzel tritt nicht wieder an. Steht die Vogtland-SPD vor einem Kurswechsel?

Auerbach.

Es war der emotionale Höhepunkt der SPD-Kreiswahlkonferenz am Samstag in Auerbach: Die 46 wahlberechtigten Teilnehmer, die Mitarbeiter und Gäste erhoben sich in der Cafeteria der Arbeiterwohlfahrt von ihren Plätzen und spendeten Lutz Kätzel einen herzlichen Applaus zum Abschied. Der knapp 65-jährige Haudegen, seit vielen Jahren Vorsitzender der SPD-Fraktion im Vogtland-Kreistag, tritt zur Kreistagswahl nicht wieder an.

Kätzel blickte auf Höhen und Tiefen zurück und sprach von gewisser Wehmut. Dennoch sei ihm der Entschluss "nicht so schwer gefallen, wie manche glauben".

"Für mich warst Du ein Vorbild", erklärte der Unterbezirks-Vorsitzende Kay Burmeister. Lutz Kätzel habe "reale Politik" betrieben, stets versucht, das Beste aus den Gegebenheiten zu machen. Bisweilen habe der kantige Politiker auch bei ihm Unverständnis ausgelöst - und oft genug als strategischer Denker dennoch Recht behalten, sagte Kay Burmeister. Lutz Kätzel erwiderte gewohnt nüchtern: "Danke, aber wir haben noch etwas zu tun."

Zu tun gab es viel in der von Kätzel souverän, auch mit Witz und Ironie geführten Mammutveranstaltung. Die Sozialdemokraten nominierten insgesamt 50 Bewerber für den Kreistag. Nach eigener Darstellung ein erfahrenes Team mit einigen neuen Gesichtern. Etliche Bewerber betonten, sie wollten mit ihrer Kandidatur dazu beitragen, die Populisten in Schach zu halten. Mit Hellfried Unglaub will der ehemalige Plauener WBG-Geschäftsführer und mit Stefan Kademann einer der profiliertesten Gewerkschafter wieder in den Kreistag. Kademanns Kampfansage deutet auf Korrekturen der engen CDU-Kooperation in Kätzels Ära hin. Er stehe für Gerechtigkeit, erklärte der Ex-Chef der IG Metall Zwickau, er prangerte Fehlleistungen und "die Arroganz der CDU seit drei Jahrzehnten" an.

Auffällig die weißen Flecken auf der Landkarte: Während die SPD in Reichenbach und in den Plauener Wahlkreisen mit starker Mannschaft und breiter Brust in den Wahlkampf zieht, klaffen im Ost- und Süd-Vogtland Lücken. So helfen einige Sozialdemokraten aus den starken Verbänden ihren Genossen und treten im Göltzschtal an.


Burmeister, Deckert, Pfeil-Zabel & Co. wollen für die Sozialdemokraten in den Kreistag

WK 1 Pausa - Weischlitz - Rosenbach: Gertrud Stade, Uta Böddiker, Katrin Nielsen, Michael Rauchfuß.

WK 2 Oelsnitz - Werda - Bergen - Theuma - Eichigt: Nicole Schwab,

Ulrich Sörgel, Thomas Körner, Andreas Blenz, Max Büttner.

WK 3 Schöneck - Adorf - Bad Elster - Bad Brambach - Mühlental Schöneck: Rico Schmidt, Anita Schmidt, Sandro Röder, Uwe Rüdiger.

WK 4 Markneukirchen - Klingenthal: Kay Burmeister, Enrico Bräunig, Peggy Bräunig.

WK 5 Falkenstein - Ellefeld - Muldenhammer: Gudrun Millitzer, Hartmut Hüttner.

WK 6 Auerbach: Manfred Deckert, Friedrich Fuchs, René Runge.

WK 7 Lengenfeld - Rodewisch - Neumark - Steinberg: Gudrun

Severin, Karla Groschwitz, Matthias Lewek.

WK 8 Reichenbach: Uwe Kukutsch, Oliver Großpietzsch, Jens Brenner, Rainer Gruschwitz, Janek Kleemann, Karsten Schulze.

WK 9 Treuen - Elsterberg - Netzschkau - Pöhl: Manfred Puschmann, Axel Markert, Andreas Oberlein, Matthias Röseler.

WK 10 Plauen Mitte - Süd: Juliane Pfeil-Zabel, Stefan Kademann, Lars Winkler, Jens Kayser, Elisabeth Zabel.

WK 11 Plauen Nord - West: Bernd Stubenrauch, Nadine Winkler, Frank-Michael Zabel, Gabriele Fischer, Wolfgang Alboth.

WK 12 Plauen Ost- Süd: Benjamin Zabel, Maria Fischer, Thomas Fiedler, Hellfried Unglaub, Christian Hermann, Jürgen Nungesser. (ur)

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