SPD will Kita-Angebote ausbauen

Wahlen 2019 Die SPD rückt im kommunalen Wahlkampf die Familienpolitik in den Vordergrund. Punkten will die Partei aber auch mit anderen Themen.

Plauen.

Wenn Plauener Eltern ihren Nachwuchs morgens in die Kindertagesstätten bringen, dann können viele wegen ihres langen Arbeitstages nicht nach neun Stunden wieder zur Abholung ihrer Schützlinge in der Einrichtung sein. Für die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins und Landtagsabgeordnete Juliane Pfeil-Zabel besteht deshalb Handlungsbedarf bei diesem Thema. Denn: "Die zehnte Stunde Betreuung ist viermal so teuer, wenn man sie hinzubuchen will." Deshalb wolle sie an starren Verträgen etwas ändern und in den Plauener Kindertagesstätten Zehn-Stunden-Angebote ermöglichen, so wie das in größeren Städten bereits gehandhabt werde.

Die Partei stellt in ihrem Wahlprogramm aber noch weitere Forderungen. "Wir brauchen eine zweite Familienhebamme", meint die zweifache Mutter. Diese Stelle dürfe nicht an das Jugendamt des Landratsamtes gebunden sein. "Die Familien öffnen sich dieser Hebamme gegenüber dann mehr", ist ihre Ansicht. Eine enge Bindung an die Familien in schwierigen Lebenslagen sei wichtig. Der Bedarf an solcher Unterstützung sei groß.

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Hilfe mache sich auch bei Kultur- und Bildungsangeboten in den Kindergärten nötig. Grund: Nicht alle Eltern könnten die manchmal dafür nötigen Extra-Kosten aufbringen. "Wir wollen deshalb, dass die Kitas ein Budget dafür erhalten, sodass alle Kinder in den Genuss kommen", erklärt Maria Fischer. Die 34-Jährige kandidiert für den Stadtrat und den Kreistag. Außerdem sollen in den Kindereinrichtungen die Vertreter für einen zu bildenden Stadtelternrat gewählt werden, der dann gegenüber dem Rathaus die Interessen der Eltern vertritt.

In Sachen Bildung wünscht sich Juliane Pfeil-Zabel unter anderem den weiteren Ausbau der Berufsakademie und einen Studiengang in der Fachrichtung Pflege. Die Ausbildung von Pflegefachkräften müsse akademisiert werden, sagt sie. Auch dass eine Hochschule für Plauen wünschenswert ist, sieht sie so wie viele andere Kommunalpolitiker und Verantwortliche in der Region. Die Studienakademie solle aber nicht in eine Fachhochschule umgewandelt werden, vertritt die Plauenerin ihre Sicht der Dinge. Man befinde sich dann "in Konkurrenz zu anderen Hochschulen", sagt die Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag für die Themen Familie, frühkindliche Bildung und Integration. Es fehlten auch die entsprechend hohen Stundenzahlen. Plauen wäre dann der kleinste Standort. Zudem hätten Lehrkräfte an Hochschulen einen Anspruch auf höhere Bezahlung.

Die SPD Plauen setzt sich zudem für gut bezahlte Arbeitsplätze, eine Ausweitung des städtischen Flächenangebots für den Eigenheimbau, für eine Untersuchung zur vollständigen oder teilweisen Öffnung der Bahnhofstraße und anderes ein.

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