Spezialschläuche schützen vor Fluten

Hochwasser hat in den vergangenen Jahren im Vogtland große Schäden hinterlassen. Sensible Anlagen sollen künftig besser abgesichert werden - mit neuer Technik.

Plauen.

Zum ersten Mal hat es am Samstag eine Hochwasserschutz-Übung des Zweckverbandes Wasser/ Abwasser Vogtland (Zwav) mit der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom, der Freiwilligen Feuerwehr Adorf und dem Technischen Hilfswerk gegeben. Denn wenn die Weiße Elster über ihre Ufer tritt oder Anlagen des Zweckverbandes durch Überflutungen nach Starkregen beschädigt werden könnten, treten diese Akteure und Retter in Aktion. Sie haben jetzt neue Technik für den Hochwasserschutz.

Zwei nebeneinander liegende und miteinander verbundene Schläuche werden zunächst mittels Gebläse mit Luft gefüllt, an die gewünschte Stelle gebracht und anschließend mit Wasser gefüllt. Das geht deutlich schneller als das Füllen und Schleppen von Sandsäcken. "Sandsäcke stellen große Lasten dar", erklärte Prokurist Udo Stöckel von der Mitnetz Strom aus Grimma, der am Samstag mit zwölf Mann das neue Spezialschlauch-System namens "Beaver" (Biber) auf dem Gelände am Elsteruferweg testete. Auch Trafo-Häuschen und ähnliche Anlagen für die Stromversorgung müssen vor der Überflutung bewahrt werden.

Christoph Ulrich

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"Wir sind 2013 und 2018 in Kürbitz abgesoffen", erinnerte der Abteilungsleiter Abwasser beim Zwav, Uwe Donath, an die Überflutungen der dortigen Kläranlage. Auch in Oelsnitz und Rodewisch waren Schäden zu verzeichnen gewesen. Deshalb hat sich der Zweckverband im Oktober vorigen Jahres das Hochwasserschutzsystem angeschafft. "Man kann es schnell an die Hochwasserstandorte bringen und schnell aufbauen", erklärte Donath. Darüber hinaus seien weniger Helfer nötig. Um den Unterschied zur herkömmlichen Methode mit Sandsäcken zu demonstrieren, mussten die Helfer beim Tag der offenen Tür auch Sandsäcke füllen.

30 Mitwirkende vom Zwav, 20 von der Freiwilligen Feuerwehr Adorf, 15 von der Mitnetz GmbH und drei vom Technischen Hilfswerk nahmen an der Übung teil. Jens Kunze von der Firma Füllmexx, dem Hersteller des Systems, zeigte den Aufbau. Uwe Donath kündigte weitere Übungen an, damit der Umgang mit den Schläuchen in Fleisch und Blut übergeht.

In Kürbitz werden allerdings auch diese gefüllten Schläuche nicht ausreichen, erinnerte der Abteilungsleiter an den geplanten Bau einer Hochwasserschutzwand aus Beton. "Die bauen wir in den nächsten ein bis zwei Jahren", blickte er voraus. Sie soll etwa 40 Meter lang und 2,50 Meter hoch sein und die Kläranlage schützen.

An der Kläranlage am Elsteruferweg bei Alt-Chrieschwitz ist eine solche Mauer nicht vorgesehen. Seit deren Bau im Jahre 1938 kam es dort noch nie zu einer Überflutung. Das breite Tal biete der Weißen Elster biete dem Hochwasser auf der anderen Talseite viel Platz. Stellenweise ist auch ein Damm errichtet. Über diesen Wall ist der Fluss noch nicht übergetreten. Es fehlten aber einmal nur Zentimeter, weiß Uwe Donath.

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