Spitzenfest braucht neue Macher

Das größte Stadtfest der Region muss neue Wege gehen. Die bisherigen Organisatoren sehen sich nicht mehr in der Lage, die große Sause allein auf die Beine zu stellen. Wie geht es weiter?

Plauen.

Der Spitzenfestverein ist als Organisator des größten Plauener Stadtfestes auf dem Rückzug. Vorstandsmitglied Jürgen Fritzlar geht in den Ruhestand, damit sieht sich der Verein allein nicht mehr in der Lage, das Fest mit allem drum und dran zu organisieren. Richten soll es der Dachverband Stadtmarketing, wie dessen Vorsitzender Peter Kober am Donnerstag in der Mitgliederversammlung des 80 Firmen, Vereine und Institutionen zählenden Zusammenschlusses berichtete.

Kober sieht die neue Aufgabe als "eine große logistische Herausforderung". Es sei noch nichts entschieden, betonte er. Unter bestimmten Rahmenbedingungen werde man das aber machen. Es wäre schade, wenn es beim Spitzenfest einen Abbruch geben würde, so Kober. Der Dachverband brauche in jedem Fall die Hilfe der Stadt. Bei Kulturbürgermeister Steffen Zenner (CDU) und dem Ältestenrat des Stadtrates sei man bereits gewesen. Man habe dort Zuspruch erhalten. In den Fraktionen müsse das Thema aber noch besprochen werden.

Zu besprechen gibt es dabei auch eine vom Dachverband für die Organisation des Spitzenfestes geplante Teilzeitstelle mit 15 Arbeitsstunden wöchentlich. Diese Personalkosten in Höhe von 20.000 Euro sollten aber "kein Problem sein", sagte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) in der Mitgliederversammlung. Er dankte den bisherigen Organisatoren und betonte, dass der Spitzenfestverein weiter bestehen bleibe und auch weiterhin die rechtliche Verantwortung für die Veranstaltungen innehaben soll. Der Dachverband solle in die neue Aufgabe "hineinwachsen". Es sei eine Übergangsphase nötig, meinte auch Peter Kober. Später wolle man das Spektakel vollständig übernehmen.

Die von einem Teil der Plauener immer wieder gewünschte Zurückverlegung ins Parktheater, wo das Fest zu DDR-Zeiten eine ganze Woche stattfand, nannte der Rathauschef "eine unsinnige Diskussion". Denn die Finanzierung komme wegen der Sponsoren so nicht zustande. Die Menschenmassen, die man im Stadtzentrum zusammenbekomme, seien im Stadtpark nicht zu erreichen. Das Spitzenfest sei mit den kostenlosen Auftritten zahlreicher Künstler 100.000 Euro wert.

Wie schwer es ist, das jährliche Festwochenende im Juni zu stemmen, genügend Geldgeber dafür zu finden, darauf macht Thomas Münzer vom Spitzenfestverein bereits seit Jahren aufmerksam. Die Bedingungen hätten sich verändert. Die Programmgestaltung werde zunehmend zum finanziellen Kraftakt, weil Künstler immer weniger Platten verkaufen und nur noch mit Auftritten Geld verdienen. Die Gagen hätten sich binnen weniger Jahre verdreifacht. Zugleich sei es nicht einfacher geworden, Firmen fürs Sponsoring des Festes zu gewinnen.

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