Sport, Promis, Gastro-Szene: Das wollen Jugendliche lesen

Muss Politik langatmig sein? Heißt der Döner jetzt überall Drehspieß? Bei "Zimu" machen Schüler Themen-Vorschläge.

Plauen.

Sie sind neugierig, wissbegierig und haben viele Fragen: Plauens Jugendliche zeigen großes Interesse am Geschehen im Vogtland und auf der Welt. Zwar blättern sie nicht täglich durch die klassische Print-Tageszeitung, doch für Online-Nachrichten sind sie offen. Das berichteten die Achtklässler der Friedens-Oberschule, die derzeit am Projekt "Zeitung im Unterricht" (Zimu) teilnehmen, jetzt bei einem Besuch der "Freie Presse"-Lokalredaktion am Postplatz mit Deutschlehrerin Sylvia Turger und FSJlerin Marleen Barth (18).

Mehrere Wochen lange lesen sie täglich, was es Neues in Plauen und der Umgebung gibt. Und welche Themen sind dabei besonders gefragt? "Am liebsten Sport", sagte Valentin. Zur Top Ten des Schülerinteresses gehören auch Nachrichten über Prominente oder Unglücksfälle. Auf was es ankommt, wenn man zu einem Unfall dazukommt, wussten die Schüler: Hilfe holen oder selbst helfen. Gaffen oder Handyfilme seien tabu.

Was in der Zeitung überblättert wird, seien hingegen die Todesanzeigen oder Politik. Welche Themen wollen die Schüler mehr im Blatt finden? "Schreiben Sie doch mal etwas über Games oder über Restaurants!", war der Tenor. Einen originellen Auftrag hatten sie in diesem Zusammenhang an die Redaktion: Herausfinden, ob der Drehspieß in Plauen noch Döner heißen darf.

Freizeittipps stünden ebenso oben auf der Wunschliste. Man wolle nicht nur abhängen und sich langweilen. Marleen Barth, die ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Friedensschule absolviert, könne nachvollziehen, dass die Schüler manchmal nicht wüssten, wo und wie sie ihre Nachmittage verbringen sollen: "Es gibt in Plauen für die Altersgruppe leider nicht viel zu erleben." Nachdem die Angebote aber aufgelistet wurden, waren die meisten von der Vielfalt überrascht. "Und all das steht in der 'Freien Presse'", schmunzelte Lehrerin Sylvia Turger.

Auch Online-Redakteurin Elsa Middeke erklärte ihre Arbeit - etwa, was es mit einem großen Bildschirm voller Zahlen und Kurven auf sich hat. "Zimu"-Kooperationspartner ist die Volksbank Vogtland. "Wir haben mit dem Institut nur gute Erfahrungen gemacht, man kümmert sich oft um schulische Belange", lobte Sylvia Turger.

Übrigens: Der Döner darf in Plauen natürlich nach wie vor als Döner bezeichnet werden.

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