Stadt-Galerie: Esche wird gefällt

Ein Baum direkt vor dem Einkaufszentrum ist krank - so sehr, dass er zu entwurzeln droht. Für Passanten kann es gefährlich werden.

Plauen.

Eine der beiden riesigen Eschen vor der Plauener Stadt-Galerie soll so bald wie möglich gefällt werden - und das, obwohl die Bäume beim Bau des Einkaufszentrums vor rund 20 Jahren aufwendig erhalten worden waren. Am Abholzen führe kein Weg vorbei, sagte Landschaftsarchitektin Annekatrin Grzesiak am Montagabend im städtischen Bau- und Umweltausschuss. Zwei Parasiten, der Sparrige Schüppling und der Zottige Schillerporling, zersetzten Grzesiaks Worten zufolge das Holz der Esche. Die Baumpilze befänden sich am Starkast und am Stammfuß, weshalb der Baum zu entwurzeln oder umzufallen drohe. "Das ist nicht mehr verkehrssicher", warnte Grzesiak. Zunächst konzentriere man sich auf den Baum, der sich näher am Fischrestaurant befindet. Doch dem Nachbarbaum drohe das Schicksal vermutlich auch.

Für den Plauener Bernhard Weisbach, er ist ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter, ist die Situation keine Überraschung. Seiner Meinung nach sei der Parasitenbefall eine Folgeerscheinung des Baubetriebs an der Stadt-Galerie. "Die Eschen hatten eigentlich Bestandsschutz, sie waren ja schon älter als 50 Jahre", erinnert sich Weisbach. Doch die Arbeiter seien damals rund sechs Meter näher an die Gewächse herangerückt als geplant. Für die Bäume habe das enormen Stress bedeutet, so Weisbach: "Die Auswirkungen sieht man jetzt." Auch das am Stamm emporrankende Efeu sei nicht von Vorteil, ebenso der Freisitz des Fischrestaurants. Weisbach sagt: "Der Boden muss frei bleiben."

Welcher Ersatz angedacht sei, wollte die sachkundige Einwohnerin Ilona Gogsch beim Ausschuss wissen. "Am besten ein junger Baum, einer, der eine Krone bildet", sagte Annekatrin Grzesiak. In den Ausschuss-Reihen war man sich indes einig: "Die Fällung wird einen Aufschrei in der Stadt hervorrufen."

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