Stadt kündigt beliebten Tanzsaal

Zahlreiche Sportler, darunter auch 80 Mitglieder des Tanzstudios Plauen, stehen ab April ohne Trainingsort da - wenn die Verwaltung nicht einlenkt.

Plauen.

Ronny Bartsch, Trainerin des Vereins 1. Tanzstudio Plauen 1967, und ihre Schützlinge stecken momentan in den Vorbereitungen für einen Tanzwettbewerb in Dessau-Roßlau am Wochenende. Da grätscht den Tänzern eine unschöne Nachricht dazwischen: Sie sollen ab April ohne ihren Trainingsort in der Friedrich-Engels-Straße dastehen. Grund: Die Stadtverwaltung hat ihnen den Raum - den ehemaligen Speisesaal der Allende-Schule - gekündigt. Die Stadt benötigt ihn künftig für die Hortbetreuung der Schüler der Wartberg-Grundschule, die dort während der Sanierung ihrer Einrichtung ab dem Frühjahr untergebracht werden sollen.

Lutz Armbruster, kaufmännischer Leiter der städtischen Gebäude- und Anlagenverwaltung, erklärt, dass die Nutzung des Raums als Ausweichobjekt geplant und dies den Mietern auch bekannt gewesen sei: "Vor Abschluss der Verträge wurden die Nutzer informiert, dass (...) eine Nutzung durch Dritte nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist", erklärt Armbruster auf "Freie Presse"-Anfrage.


Das bestätigt auch Simone Sachs. Ja, man habe gewusst, dass es nochmals eine Veränderung geben soll, so Sachs vom Verein Zumba in Plauen, der an zwei Abenden Kurse in der früheren Allende-Schule anbietet - aber "es kam dennoch alles plötzlich", sagt sie. Der Zumba-Verein, das Tanzstudio und der Verein Tango Plauen hatten sich vor nicht ganz zwei Jahren in der Örtlichkeit eingerichtet. Umso größer sei der Schock gewesen, dass die Sportler nach der kurzen Zeit wieder raus sollen, so Choreografin Bartsch: "Wir haben alles selbst gestrichen und Spiegel angebracht", sagt sie.

Die Trainerin schätzt die zentrale Lage des Saals. Und auch Sachs weiß, dass die Örtlichkeit deshalb bei ihren 60 bis 80 Kursteilnehmern besonders beliebt ist. "Viele laufen gleich hin oder fahren mit der Straßenbahn", sagt sie. Für Sachs ist wichtig, "Ruhe reinzubringen", wie sie sagt. Denn manche Sportler würden nachfragen, ob denn jetzt überhaupt noch Kurse stattfinden.

Weil sich ihre Trainings zeitmäßig nicht mit den Hortzeiten, die bis 15 Uhr dauern, überschneiden, erhoffen sich die Mieter, dass doch noch eine Einigung möglich ist. Aktuell könne die Stadt Plauen den Nutzern zwar keine adäquaten Räume zur Verfügung stellen, sagt Lutz Armbruster. Aber man wolle sie bei der Suche nach Ersatzräumen unterstützen. Die Mieter setzen ihre Hoffnung auf ein gemeinsames Gespräch mit Sportbürgermeister Steffen Zenner (CDU) und Gebäude- und Anlagenverwaltung. Der Termin ist in zwei Wochen geplant.

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