Stadtparlament: Wer antritt, wer aufhört

Wahlen 2019 In vier Wochen wählen die Plauener einen neuen Stadtrat. Schon jetzt steht fest: Einige Urgesteine der Kommunalpolitik werden sich verabschieden. Für sie gehen andere ins Rennen. Darunter sind auch bekannte Namen.

Plauen.

Am 26. Mai wird in Plauen nicht nur ein neues Europaparlament und der Vogtland-Kreistag neu gewählt. Rund 53.000 wahlberechtigte Plauener sind aufgerufen, auch über 42 Stadträtinnen und Stadträte sowie Ortschaftsräte zu bestimmen, die dann für die nächsten fünf Jahre ihre Interessen vertreten. Die "Freie Presse" hat die Bewerberlisten für das Stadtparlament unter die Lupe genommen:

Die CDU stellt mit 16 Vertretern derzeit die größte Fraktion. Für sie gehen 32 Bewerber ins Rennen. Erklärtes Wahlziel der Christdemokraten ist es, erneut stärkste Fraktion zu werden. Die ersten sechs Listenplätze gehören Parteimitgliedern, die bereits über Erfahrung im Stadtrat verfügen, darunter Fraktionschef Jörg Schmidt, Chefarzt Lutz Kowalzick und Händlerin Monika Mühle. Auffallend viele Händler und Selbstständige hat die CDU für ihre Liste gewonnen, allen voran Hotelierin Alexandra Glied, die bisher für die Initiative Plauen im Stadtrat saß. Aufstellen lassen haben sich aber auch Konditor Alexander Feitisch, Immobilienmakler Matthias Gräf und "Barrique"-Händler Fritz Mandel. Nicht mehr dabei sind der langjährige frühere Fraktionschef Hansjoachim Weiß sowie Hansgünter Fleischer, die seit 1990 ununterbrochen Mitglieder des Stadtrates waren. Die jungen Stadträtinnen Xenia Börner und Annekatrin Schicker standen aus persönlichen Gründen nicht für eine zweite Wahlperiode zur Verfügung.

Christoph Ulrich

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Die Linke (aktuell neun Sitze) geht mit 15 Kandidaten ins Rennen. Nicht mehr mit dabei ist Wolfgang Hinz, der über Jahre zuverlässig stets Stimmen für die Linken holte. Hinz tritt dieses Mal nur noch für den Kreistag an. Sonst sind alle bisherigen Stadträte wieder mit dabei - von Fraktionschefin Claudia Hänsel bis zu den Neulingen von 2014: Daniel Herold, Ilka Reißner und Tobias Rüdiger. Auffallend: Auch den Linken fehlt Nachwuchs. Jüngster Bewerber ist mit Jahrgang 1989 Lars Legath.

Die SPD - derzeit mit acht Mandaten im Rat vertreten - hat 17 Bewerber aufgestellt, darunter erneut die Landtagsabgeordnete Juliane Pfeil-Zabel, Fraktionschef Benjamin Zabel und Bernd Stubenrauch. Von den bisherigen Stadträten tritt nur Frank Thieme nicht erneut an. Punkten will die SPD auch mit parteilosen Kandidaten auf ihrer Liste wie Gerd Steffen, Geschäftsführer des Regionalverbandes Vogtländischer Kleingärtner, oder dem DJ und Eventmanager André Schatz.

Die FPD, derzeit in einer Fraktion mit der Initiative Plauen vereint, tritt mit einer Riege von 22 Bewerbern an. Die Liste führen die drei bisherigen liberalen Stadträte Sven Gerbeth, Kerstin Knabe und André Bindl an. Zu den weiteren Bewerbern gehören die Anwälte Uwe Geisler und Peter Meischeider, aber auch Gastronom Wolfgang Schoberth, die frühere Theater-Verwaltungsdirektorin Renate Wünsche und Architekt Günter Wetzel.

Die Grünen (aktuell zwei Sitze) verlieren mit Dieter Rappenhöner ein aktives Aushängeschild. Er zieht sich mit Eintritt in den Ruhestand aus der Kommunalpolitik zurück. Rechtsanwalt Oliver Bittmann, bisher im Kreistag für die Grünen, will nun im Stadtrat in Rappenhöners große Fußstapfen treten. Das "grüne Urgestein" Klaus Gerber tritt auf Listenplatz 2 wieder an. Mit Vosla-Ingenieur Danny Przisambor und Erzieherin Diana Zierold sowie Steffi Müller-Klug warten auch Jüngere auf ihre Chance.

Die Initiative Plauen ist als Gewerbeverein bisher mit zwei Mitgliedern im Stadtrat vertreten und schickt fünf Bewerber ins Rennen. 2009 trat der Gewerbeverein erstmals an und baute sein Ergebnis 2014 aus. Raumausstatter Rico Kusche tritt erneut an, Alexandra Glied wechselte auf die Liste der CDU. Um ein Mandat bemühen sich auch Lars Gruber und Steffen Krebs, Inhaber des Musikmarktes Plauen.

Die AfD ist derzeit nicht im Stadtrat vertreten. Sie bewirbt sich erstmals um Sitze und hat 15 Bewerber aufgestellt. Nur Frank Schaufel auf Listenplatz 6 hat kommunalpolitische Erfahrung. Der Optikermeister war früher Mitglied der SPD. Derzeit sitzt er für die AfD im Kreistag. Angeführt wird die Liste von Steve Lochmann, der nach Unstimmigkeiten und personellen Querelen als AfD-Kreischef zurückgetreten ist. Einzige Frau ist auf Listenplatz 3 die Verwaltungsangestellte Sabine Schumann.

Der Dritte Weg, der wegen verfassungsfeindlicher Tendenzen unter behördlicher Beobachtung steht, tritt mit sieben Kandidaten an. Die Liste wird angeführt von Tony Gentsch und Rico Döhler, die beide im Sächsischen Verfassungsschutzbericht genannt sind. Gentsch war Führungskader eines Netzwerkes, das 2014 durch Bayerns Innenministerium verboten wurde. Die Partei nimmt in Symbolik und Inhalt unverhohlen Anleihen an die Zeit des Nationalsozialismus.

Die NPD verfügte im Stadtrat über zwei Mandate, eines davon war zuletzt mangels Nachfolger unbesetzt. Diesmal tritt die NPD nicht mehr an.

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