Stadträte zögern mit Entscheidung über Neubau

Dreifach-Projekt erhält Dämpfer: Beschluss am Dienstag fällt wohl aus

Plauen.

Drei Fliegen mit einer Klappe schlagen will die Plauener Stadtverwaltung mit ihren Plänen für einen Neubau zwischen Wendedenkmal und Lutherpark: Ein zweigeschossiges Gebäude an Stelle des früheren Imbiss "Am Nonnenturm" könnte eine moderne und helle Tourist-Information aufnehmen, das Manko öffentlicher Toiletten in Plauen beseitigen und zudem Platz bieten für ein Informations- und Dokumentationszentrum, das an die bedeutende Rolle der Stadt im Wendejahr 1989 erinnert. Aufsicht über eine Ausstellung dazu könnte Personal der Tourist-Information gewährleisten. Doch daraus wird, wie es derzeit aussieht, erst einmal nichts. Jedenfalls nicht so schnell.

Zwar haben die Plauener Stadträte in ihrer Sitzung am kommenden Dienstag das letzte Wort. Nach den Vorberatungen in diversen Ausschüssen wird die Entscheidung wohl aber vertagt. Die Bürgervertreter fordern umfassendere Informationen, bevor sie entscheiden. Einen von der Stadtverwaltung erstellten Standortvergleich zum Beispiel mit dem ehemaligen Brandschutzamt hielten einige für zu subjektiv eingefärbt. Auch sei zu klären, was im Fall der Fälle mit den jetzigen Räumen der Tourist-Info wird, die ja auch in das Spitzenmuseum am Altmarkt ziehen könnte, wenn das ab 2022 im Weisbachschen Haus unterkommt, hieß es.

Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing lehnte eine Positionierung anhand bisheriger Grundlagen ab. Der Bauausschuss schloss sich einstimmig einem Antrag der CDU an: "Die Verwaltung wird beauftragt, eine Standortanalyse und Betreiberkonzepte zu erstellen und verkehrstechnische Lösungen aufzuzeigen. Ergebnisse sind im zweiten Quartal 2020 vorzulegen." Der Verwaltungsausschuss übernahm diesen Kompromiss.

Dort räumte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) ein: "Vielleicht habe ich sie ein bisschen überfordert, indem wir gleich über den Standort geredet haben." Er sei bereit, eine bessere Datengrundlage zu schaffen, damit die Stadträte sachlich abwägen können. Der Verein Plauen-Vogtland '89, der sich für das Zentrum stark macht, will "keine Zusperrlösung", sondern einen lebendigen Ort: "Die Verbundlösung ist die einzige, die Sinn macht", so Manfred Sörgel.

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