Stadtrat lehnt Zuschuss ab: Zahnarzt droht mit Rückzug

Eigentlich sollte im Winter in Elsterberg eine neue Praxis eröffnen. Doch daraus wird wohl nichts - der Ärger ist groß.

Elsterberg.

Einen städtischen Zuschuss von 15.000 Euro sollte der Plauener Zahnarzt Dr. Berthold Rink für die Einrichtung einer Praxis in der Elsterberger Amtsstraße 8 erhalten. Praktizieren sollte dort dessen Mitarbeiterin. Doch den geplanten Zuschuss lehnte der zuständige Ausschuss des Elsterberger Stadtrates jetzt mehrheitlich ab.

Sowohl die drei AHL-Vertreter Sven Haller, Volker Jenennchen und Wolfgang Haupt, als auch Jürgen Claus (AFL) und Olaf Sommer (GfE) votierten dagegen. Einzig Bürgermeister Sandro Bauroth (FDP), der das Ganze als einen städtischen Zuschuss zur Förderung der zahnmedizinischen Grundversorgung ansah und dies als eine "Win-win-Situation" zwischen der Stadt und den Ärzten betrachtete, warb vehement für die Umsetzung seines Vorhabens.

Finanzausschuss-Mitglied Volker Jenennchen lehnte wie schon in der September-Ausschusssitzung die Geldzahlung kategorisch ab. "Die Stadt gibt kein Geld für eine Immobilie in privater Hand aus, dazu gibt es Fördermöglichkeiten vom Staat", war seine Meinung. Auch SPD-Stadtrat Axel Markert hatte Probleme mit der Zahlung städtischer Gelder an private Unternehmen. "Wie wollen wir das den anderen, die sich auch hier ansiedeln wollen oder schon haben, erklären?" fragte er. Sein Vorschlag ging dann in die Richtung, die später auch Jürgen Claus einschlug: einen Kredit zu gewähren, gegebenenfalls mit einem kleinen Zinssatz. "Das geht nicht", sagte jedoch der Bürgermeister dazu und verwies auf die "Win-win-Situation" - er betrachtet den Zuschuss als ein kommunales Entgegenkommen für die Arztansiedelung. Ex-Kämmerer Jürgen Claus unternahm schließlich noch einen zweiten Anlauf für eine einvernehmliche Umsetzung des Problems. Er schlug vor, 10.000 Euro von der Gesamtsumme in Form eines Zuwendungsbescheides mit fixierten Regeln auszureichen. Diese könnten vorsehen, den Betrag zweckgebunden für die Zahnarztpraxis mit einer Laufzeit von mindestens zehn Jahren auszureichen. Danach müsse das Geld nicht zurück gezahlt werden. Die restlichen 5000 Euro sollten, wie ohnehin geplant, über Bauhofleistungen von kommunaler Seite vergeben werden. Mit je drei Ja- und drei Nein-Stimmen wurde dieser Claus-Antrag abgelehnt - und stattdessen gar nichts an Zuwendung gezahlt.

Bürgermeister Bauroth zeigte sich enttäuscht von der Entscheidung und spricht von einer Blockadehaltung und Kurzsichtigkeit bei der Alternativen Heimatliste. "Zumal diese mit dem Wahlversprechen antraten, sich für die zukünftige Gesundheitsversorgung im Stadtgebiet einzusetzen", lies das Stadtoberhaupt über eine Pressemitteilung verkünden. Noch bis vor einigen Jahren gab es fünf Zahnärzte in der Stadt. Aktuell sind es nur noch zwei, wovon eine in den kommenden Jahren voraussichtlich ebenfalls schließen wird.

Dr. Berthold Rink, der die neue Praxis eröffnen wollte, übte Kritik an der Entscheidung des Ausschusses. "Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Zumal es da um eine lächerliche Investitionssumme geht", sagte er. Nicht das Geld sei entscheidend gewesen, sondern die Geste. "Wir wollten Elsterberg helfen, bekommen dafür jetzt aber einen Tritt gegen das Schienbein", so der Zahnarzt, der aktuell eine Praxis in Plauen und eine in Chemnitz betreibt. Derzeit gehe er davon aus, dass aus den Plänen für Elsterberg nichts mehr wird. "Ich hoffe aber, dass der Stadtrat noch einmal darüber nachdenkt", sagt Rink und fügt hinzu: "Ich will ja jetzt nicht gleich die Türen zuschlagen."

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