Stadtrats-Rücktritt stößt auf Unverständnis

Steffen Krebs schmeißt nach einem Monat wegen Überlastung hin - CDU hätte zumindest einen Versuch erwartet

Plauen.

Das frisch gewählte Plauener Stadtratsmitglied Steffen Krebs (Initiative Plauen) scheidet bereits einen Monat nach seiner Verpflichtung wieder aus. Der Stadtrat machte in der Oktobersitzung den Weg frei für den 58-Jährigen, der berufliche Überlastung und gesundheitliche Belange als Gründe angegeben hatte. Er habe die mit der Stadtratstätigkeit verbundene "Belastung glatt unterschätzt", hatte Krebs zuvor seinen Schritt erklärt.

In Teilen des Stadtrates stieß das auf Unverständnis. 15 der 38 Stadträte verweigerten dem Rücktritt ihre Zustimmung. "Er wusste doch, wie viel Arbeit anfällt", argumentierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Jörg Schmidt unter Bezug auf Krebs' Vorsitz bei der Initiative Plauen, die seit Jahren mit zwei Abgeordneten im Stadtrat vertreten war. Die Union hätte es "gern gesehen", dass er zumindest ein halbes oder ein Jahr lang versucht, sein Mandat wahrzunehmen. Dann wäre ein Ausscheiden immer noch möglich gewesen.

Steffen Krebs selbst nahm an der Sitzung nicht teil. Sein Fraktionskollege Lars Gruber ergriff das Wort, sprach von einem "gesundheitlichen Schuss vor den Bug" und bat um Verständnis für Krebs. Wer zur Wahl antritt, müsse auch damit rechnen, dass er dann gewählt wird, sagte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) und fügte an: "Reisende kann man nicht aufhalten."

Für Steffen Krebs soll in der nächsten Stadtratssitzung Rico Kusche nachrücken. Er gehörte dem Gremium von 2014 bis 2019 mit Mandat der Initiative Plauen an. (ur)

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