Stolperstein kehrt zurück an alten Platz

Hallmeyer-Erinnerung musste Baustelle weichen

Plauen.

Der Stolperstein vor dem Plauener Wohnhaus Paul-Schneider-Straße 8, der an Rudolf Hallmeyer erinnert, ist nach Bauarbeiten verschwunden. "Freie Presse"-Leser Rolf Kretzschmar fragt: "Wo ist der Stolperstein geblieben? Wird Rudolf Hallmeyer als Widerstandskämpfer nicht mehr geachtet?"

Doch die Stadtverwaltung gibt Entwarnung. Der Stolperstein wird wieder eingebaut. Das soll zum Abschluss der Bauarbeiten geschehen, da das Pflaster erst noch abgerüttelt werden muss und Beschädigungen vermieden werden sollen, heißt es auf Anfrage aus dem Rathaus.

Der Künstler Gunter Demnig startete 1992 die inzwischen bundesweite Stolperstein-Aktion, um mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln an das Schicksal von Menschen zu erinnern, die in der NS-Zeit verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Selbstmord getrieben wurden.

Bisher sind in Plauen 18 Stolpersteine verlegt worden. Genehmigt wird der jeweilige Ort vom Tiefbauamt. Die Verfahrensweise bei künftigen Anfragen wird derzeit geprüft, heißt es aus der Pressestelle der Stadt. Dazu gehören die vorherige fachwissenschaftliche Bewertung und die politische Diskussion.

Rudolf Hallmeyer, 1908 in Plauen geboren, war Kommunist und 1932 jüngster Abgeordneter im Stadtparlament. Nur ein Jahr später musste er untertauchen. Hallmeyer organisierte weiter Widerstand, wurde 1940 jedoch verhaftet und auch gefoltert. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn zum Tode. Am 7. September 1943 wurde Hallmeyer in Berlin hingerichtet. (ur)

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