Suchtberatung rollt jetzt per Bus durch den Vogtlandkreis

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Ab Oktober soll das neue Präventionsmobil des Vogtlandkreises eingesetzt werden. Jetzt wurde das umgebaute Fahrzeug erstmals vorgestellt.

Plauen.

Wie gut kann man eigentlich noch Auto fahren, nachdem man zwei, drei Bier getrunken hat? Und wie fühlen sich die Beifahrer bei einer solchen Autofahrt? Im neuen Präventionsmobil "Traumrausch" lässt sich das unbeschadet ausprobieren - ohne den Führerschein zu riskieren, mithilfe von Computertechnik und VR-Brille.

An Technik mangelt es in dem 18Meter langen Gelenkbus, den das Diakonische Beratungszentrum des Vogtlands ab jetzt auf die Straßen schickt, nicht. Insgesamt neun Industrierechner und elf große Touchscreens sind in dem Fahrzeug verbaut, die durch einen Dieselgenerator oder einen externen Stromanschluss betrieben werden können.

"Die ersten Projekte mit Schulen im Vogtland werden wir im Oktober haben", erklärt Judith Hoyer. Die Suchtberaterin wird gemeinsam mit ihrem Kollegen Mario Rehmann das Mobil "Traumrausch" an den jeweiligen Einsatzort bringen und die Projekte zur Suchtprävention umsetzen. Dabei sollen vorrangig Kinder und Jugendliche an Schulen, Jugendeinrichtungen oder auf Großveranstaltungen erreicht werden. Geplant sind Projekte im Rahmen von drei Tagen. "Einen Tag zur Vorbereitung mit den Arbeitsgruppen. Dabei soll es um den gemeinsamen Austausch gehen und den Wissensstand der Beteiligten. Ein Tag ist für den Durchlauf der einzelnen Stationen angedacht und am dritten Tag werden wir mit den Teilnehmenden Fragen und Erfahrungen rund um das Projekt aufarbeiten."

Bis zu 28 Teilnehmer können im Rotationsprinzip sieben Stationen im und am Bus durchlaufen, die sich nicht nur der Aufklärung über Alkohol, Nikotin und illegalen Drogen widmen, sondern auch den Umgang mit Süchten, die Medienkonsum und Essen mit sich bringen können. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, welche alternativen Entspannungsmöglichkeiten es zu den Suchtmitteln gibt oder wie stressresistent bzw. suchtanfällig die Teilnehmenden in verschiedenen Alltagssituation sind.

"Es geht um die Förderung von Lebenskompetenzen", sagte Kerstin Antlauf von der Suchtberatungsstelle der Diakonie anlässlich der Vorstellung des neuen Präventionsmobils auf dem Plauener Theaterplatz am Donnerstag. "Es geht nicht nur darum, Wissen rund um das Thema Sucht zu vermitteln, sondern es auch zu halten, Kommunikation und Dialogfähigkeiten zu fördern, vor allem dort, wo es notwendig ist."

Die Idee zu einem mobilen Aufklärungszentrum habe es schon lang gegeben, räumte Diakonie-Chef, Hartmut Denkewitz, ein. Gemeinsam mit der Stiftung Zukunft Vogtland, dem Landkreis und der Sparkasse Vogtland habe man das Projekt innerhalb der letzten zwei Jahre realisieren können. 409.000 Euro hat der Kauf samt Ausbau des ehemaligen Linienbusses, Baujahr 2015, bislang gekostet. Weitere 66.000 Euro sind für die laufenden Kosten in diesem Jahr noch geplant. Den Ausbau des Präventionsbusses hatte das MAN Bus Modification Center Plauen übernommen. MAN wird auch nach dem Aus am Standort Plauen weiterhin die Wartung des Fahrzeuges übernehmen.

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