Tafelchefin macht ehrenamtlich weiter

Waltraud Klarner gehört seit 2000 zum Team der Arbeitsloseninitiative. Nun verabschiedet sie sich in den verdienten Ruhestand. Schluss ist damit aber noch lange nicht.

Plauen.

Leicht fällt es ihr nicht, das Berufsleben hinter sich zu lassen. "Es wird mir etwas fehlen", sagte Waltraud Klarner am Mittwoch, als sie in großer Runde bei der Plauener Tafel in den verdienten Ruhestand verabschiedet wurde. Am 31. Mai ist für die 63-Jährige der letzte Arbeitstag als Tafelchefin. Seit 2012 hat sie diese Aufgabe inne. Bei der Arbeitsloseninitiative Sachsen (Ali) und der von diesem Verein ins Leben gerufenen Tafel, die Lebensmittelspenden an Bedürftige ausgibt, arbeitet Waltraud Klarner aber schon seit der Gründung vor 19 Jahren mit.

Ganz loslassen will sie nicht. "Ab Juni bin ich dann nur noch zwei Tage die Woche hier", kündigte die Oelsnitzerin an. Der Einrichtung an der Plauener Schlossstraße will sie künftig ehrenamtlich zur Seite stehen. "Ich gehe gerne auf Arbeit und das war früher auch schon in der Landwirtschaft so", blickte sie auch auf ihre Zeit in landwirtschaftlichen Betrieben zu DDR-Zeiten zurück. Waltraud Klarner ist studierte Agraringenieurin.


Zu ihrer Verabschiedung waren am Mittwoch zahlreiche Wegbegleiter gekommen. Auch Sabine Zimmermann, Bundestagsabgeordnete der Linken, der sächsische DGB-Bezirksvorsitzende Markus Schlimmbach und der Pausaer Bürgermeister Jonny Ansorge (CDU) gehörten zu den Gästen, die Waltraud Klarner für ihr Engagement dankten.

Wenn sie an die ersten Jahre der Plauener Tafel zurückdenke, dann stelle sie im Vergleich mit der heutigen Situation natürlich Veränderungen fest, sagte die 63-Jährige. "Früher kamen viele Jungfamilien", erinnerte sie sich. Heute seien es vermehrt Rentner, Altersarmut mache sich bemerkbar. Die Plauener Tafel werde weiter gebraucht. Neue Tafelchefin wird Jana Morawetz. "Sie ist schon viele Jahre mit der Arbeit hier bei uns vertraut", versicherte Ali-Chefin Konstanze Schumann.

Waltraud Klarner indes freut sich auf mehr Zeit fürs Privatleben. Sie möchte demnächst eine Seefahrt unternehmen. Und dann seien ja auch noch ihre sechs Enkelkinder und ihre drei Töchter, die Familie, die Freunde. Und auch kommunalpolitisch möchte sich Waltraud Klarner weiter engagieren. "Seit 1991 bin ich Kreisrätin, seit 1994 Stadträtin in Oelsnitz, und das mache ich beides auch weiter", ließ die Fraktionschefin im Kreistag am Mittwoch wissen. Die angehende Rentnerin ist für die Linke im Kreistag sowie im Oelsnitzer Stadtrat vertreten.

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