Teichsanierung im Stadtpark Plauen beginnt

Der Teich im Plauener Stadtpark wird wieder zu einer Perle im Gelände. Doch wie steht es um die weiteren Wünsche und Ideen der Bürger für die grüne Lunge der Stadt?

Plauen.

Schritt für Schritt geht es im Plauener Stadtpark voran. Auch dieses Jahr wurde wieder ein Stück der Wege saniert. Jetzt "kratzt die Stadt noch etwas Geld zusammen", wie Bürgermeisterin Kerstin Wolf (parteilos) sagt, um auch den Teich zu sanieren. Der marode Mönch ließ wiederholt Wasser. Fast eine halbe Million Euro wird es kosten, rund 6500 Kubikmeter Schlamm aus dem Gewässer zu holen, den Mönch zu erneuern, Teile des Damms neu abzudichten und die Wabenplatten rund um das Ufer durch eine Sand-Schotter-Mischung zu ersetzen. Auch der Notüberlauf wird neu gestaltet. Letztlich erhält der Teich dank einer Spende des Vereins der Freunde Plauens im kommenden Frühjahr seine Fontäne zurück, die erstmals 1959 sprudelte.

Die Arbeiten haben mit dem Ablassen des Teiches begonnen. Sie sind Teil eines Masterplans für den ab 1904 in seiner jetzigen Form geschaffenen Stadtpark. Seit 1996 steht er unter Denkmalschutz. Die Untersuchung zum Bestand und zur weiteren Entwicklung der Grünanlage gab die Stadtverwaltung 2018 nach einer Ausschreibung bei dem Dresdener Architekturbüro Angelika und Andreas Kern in Auftrag. In das Papier sind Wünsche und Anregungen eingeflossen, die rund 140 Bürger nach einer Ortsbegehung im September 2018 für die Grünanlage geäußert hatten.

Angelika Kern stellte die Ergebnisse am Dienstagabend in der Johanniskirche vor. Das Interesse war anhaltend groß: Mehr als 50 Teilnehmer verfolgten die Präsentation in der in loser Folge einberufenen "Bürgerwerkstatt Stadtgrün".

Im Mittelpunkt der kurzfristig möglichen Maßnahmen stehen Teichsanierung und Pflanzenpflege. Den Neubau der Volieren, erweiterte Spielplätze, die Sanierung der Drachengrotte sowie Arbeiten am und im Parktheater sehen die Planer erst als mittel- oder langfristig realisierbar an. Anstelle der als Störfaktor empfundenen Kompostanlage am Stadtparkring schlagen sie einen Waldsport- oder Wasserspielplatz vor. Eine ursprünglich symmetrisch angelegte Eichenbepflanzung im früheren Kaiser-Wilhelm-Hain (zwischen Stadtparkring und Bahnlinie) soll wieder erkennbar gemacht werden.

Zu den am häufigsten genannten Bürgerwünschen hatte eine bessere Beleuchtung der Wege gehört. Deren generelle Beleuchtung ist nach Auskunft der Planer jedoch nicht vorgesehen: "Das, was da ist, wird in Ordnung gebracht und erneuert." Abschlägig beschieden wurde auch der Wunsch nach einem Grillplatz. Aus Gründen des Denkmalschutzes wird das verboten bleiben.

Einen Investitionsbedarf schätzt der Masterplan nicht ab. Wie Bürgermeisterin Wolf der "Freien Presse" sagte, ist bis auf die Teichentschlämmung derzeit keine weitere Investition im Stadthaushalt vorgesehen. Die Zukunft des Förderprogramms "Zukunft Stadtgrün", das zur Erstellung des Konzepts genutzt wurde, sei ungewiss; die finanzielle Lage in den nächsten Jahren nicht rosig. Derzeit befinde sich das Papier zur Genehmigung bei der zuständigen Denkmalbehörde. Danach soll es im Stadtrat behandelt werden.


Kommentar: Auf langerBank

Die Uhren in deutschen Verwaltungen ticken langsamer als im realen Leben. Daran hat man sich fast schon gewöhnt. So ist auch die Beteiligung der Plauener Bürger an Plänen für den Stadtpark so lange her, dass sich manch einer schon gar nicht mehr daran erinnern kann: Im September 2018 war es, als nach einem Parkrundgang 140 Plauener gut 300 Vorschläge zur Aufwertung des Areal einbrachten. Mehr als zwei Jahre sind also vergangen, ein halbes Jahr davon mag der Coronapandemie geschuldet sein.

Immerhin haben einige der damals notierten Wünsche Eingang gefunden in den jetzt vorgestellten Masterplan für die denkmalgeschützte Grünanlage - aufgegliedert nach kurz-, mittel- und langfristig notwendigen Maßnahmen. Bedenklich stimmen muss allerdings, dass kaum eine davon bisher finanziell gesichert ist. Auch die Zukunft des Förderprogramms "Zukunft Stadtgrün" ist ungewiss.

Wer A zur Bürgerbeteiligung sagt, muss aber auch B zur Umsetzung ermittelter Wünsche sagen. Ein Konzept, das auf die lange Bank geschoben wird oder in Schubladen verschwindet, nutzt niemandem. Nicht der Stadt, nicht den Bürgern, nicht dem Stadtpark.

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