Telekom erhält Glasfaser-Auftrag

Der Breitbandausbau im Vogtland für schnellere Internetanschlüsse wird sich noch bis 2024 hinziehen. Mehr Tempo war nicht drin - am Ende gab es nur noch einen Bieter.

Die Deutsche Telekom AG wird die dritte Phase des seit 2015 laufenden Breitbandausbaus im Vogtlandkreis übernehmen. Dabei handelt es sich um das Schließen sogenannter "weißer Flecken" mit einer Internetversorgung von bislang weniger als 30 MBit pro Sekunde. Davon noch betroffene Haushalte und Gewerbebetriebe, Krankenhäuser und Schulen sollen nun bis 2024 zukunfts- und leistungsfähige Glasfaserkabel-Anschlüsse erhalten.

Die Deutsche Telekom AG bekommt nach europaweiter Ausschreibung durch den Vogtlandkreis für rund 77,4 Millionen Euro den Auftrag zum Verlegen von rund 500 Kilometer Glasfaserkabel. Das hat der Kreistag beschlossen. Die damit geschaffenen Anschlüsse sind für alle Anbieter offen zu halten.

Ursprünglich hatte es zwei Bieter gegeben: Die Telekom mit 81,5 Millionen Euro und die Pepcom GmbH, ein Tochterunternehmen des Kabelnetzbetreibers Pyur, mit 131 Millionen Euro. In Nachverhandlungen verzichtete der deutlich Unterbotene letztlich auf ein verbessertes Angebot. Den immensen Preisunterschied begründete der Vertreter eines Ingenieurbüros, das mit der Prüfung beauftragt war, mit "Unterschieden im Zugriff auf bereits vorhandene Infrastruktur im Leitungsnetz und auf erforderliche Tiefbaukapazitäten".

Vertraglich geregelt ist, dass die Realisierung 2021 beginnt und in einem Zeitraum von 48 Monaten - also spätestens Ende 2024 - erfolgt. Bund und Land übernehmen die Finanzierung. Angaben des Landratsamtes zufolge werde das Vogtland damit einer der ersten Landkreise sein, der nahezu flächendeckend über Breitbandversorgung mit mehr als 30 MBit verfügt. Ein höheres Tempo war nicht drin, sagte Marion Päßler, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung im Landratsamt: "Die Telekom macht generell keine Verträge unter 48 Monaten." Für den Fall, dass Termine nicht eingehalten werden, seien Bürgschaften und Verzugszinsen vertraglich vereinbart, sagte sie auf Nachfrage von Dieter Kießling (CDU).

Während der Erschließungsarbeiten werde es regelmäßig Bauberatungen mit Vertretern des Auftraggebers und des Auftragnehmers sowie den beauftragten Subunternehmen geben, damit Anliegerprobleme geklärt werden können, sagte Päßler. Kreisrätin Daniela Hommel-Kreißl (FDP), bislang Bürgermeisterin von Pöhl, hatte auf aufgetretene Probleme während der Arbeiten aufmerksam gemacht, als Sub- von Subunternehmen die Grenzsteine von Grundstücken entfernten: "Mit den Problemen standen wir als Bürgermeister dann alleine da." Eine Wortmeldung von Mariechen Bang sah Landrat Rolf Keil (beide CDU) nicht und ließ sie unberücksichtigt.

Die Ausbaugebiete sind grundstücksgenau (grün) hier einzusehen: www.freiepresse.de/breitbandvogtland

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