Theater-Ehe: Ein Partner dominiert

Das Theater soll künftig bessere Löhne zahlen können. Dazu hat sich der Zwickauer Rat positioniert. Warum die Stadt Plauen noch zögert.

Plauen/Zwickau.

Der Grundlagenvertrag zur Theater-Ehe zwischen Plauen und Zwickau steht vorfristig wieder auf der Tagesordnung der Stadträte. Der Grund ist eigentlich erfreulich: Der Freistaat stellt Geld aus einem sogenannten Kulturpakt zur Verfügung. Es soll mit dazu verwendet werden, Haustarifverträge zu beenden und Mitarbeitern besseres Gehalt zu zahlen. Der Kulturpakt ist allerdings bis 2022 befristet.

Während Zwickau in der vergangenen Woche daraus resultierenden höheren Ausgaben auch für die Stadt zustimmte, zögert Plauen noch. Es befindet sich in der Haushaltkonsolidierung und kann nicht soviel Geld aufbringen, wie es den bisherigen Gesellschafteranteilen entspricht. Die Folge: Der Einfluss der Stadt auf die gemeinsame Bühne schwindet. Bisher wurden die Verhandlungen darüber hinter verschlossenen Türen geführt. In dieser Woche beginnt die öffentliche Diskussion in Gremien des Stadtrates.

Ausgangslage: Zahlten Plauen und Zwickau zunächst je 50Prozent, verschob sich das Verhältnis auf jetzt 40:60. Künftig würde es 32,5:67,5 betragen. Zwickau ist bereit, Plauen damit in den nächsten Jahren um drei Millionen Euro zu entlasten. Dafür soll sich auch Einfluss verschieben.

Vorschläge: Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) schlug vor, den Aufsichtsrat statt mit je vier mit 7:3 zu besetzen. Das lehnt Plauen bisher ab. Zwickau fordert zudem mehr Einfluss in der Gesellschafterversammlung. Zugestimmt hat sein Rat jetzt einem Kompromiss: Plauen könnte Vetorecht erhalten. Grundlegende Entscheidungen wie Intendantenwechsel sollen damit nur gemeinsam getroffen werden können.

Folgen: Stimmt Plauen noch 2018 zu, fließt das Geld für den Flächentarifvertrag. Die entscheidende Sitzung findet am 18. Dezember statt. Einigen sich die Städte nicht, gilt der Haustarifvertrag bis Ende 2020. Allerdings ist der Fortbestand der Theater-Ehe danach fraglich. Ob sich die Gewerkschaften noch einmal auf Haustarife einlassen, ist ungewiss.

Geldquellen: Kommt die Einigung zu Stande, erhält das Theater 2019 17,9 Millionen Euro: 7,9 Millionen Kulturraummittel, 1,1Millionen vom Freistaat, sechs Millionen von Zwickau und 2,8 Millionen Euro von Plauen.

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