Theaterplatz: Alkoholverbot greift ab November

Polizeiverordnung bis Oktober 2019 verlängert - Geltungsbereich geändert

Plauen.

Das Alkoholverbot für Teile der Plauener Innenstadt wird um ein Jahr bis 31. Oktober 2019 verlängert. Es gilt ab 1. November auf dem Theater- und Postplatz sowie den angrenzenden Straßen Unterer Graben, Syrastraße und Klosterstraße. Das hat der Stadtrat nach kontroverser Debatte mehrheitlich beschlossen.

Nach dem aktuellen sächsischen Polizeigesetz ist das Verbot auf maximal zwei Plätze und drei Straßen zu beschränken. Der Lutherplatz fällt somit künftig aus der Regelung heraus. Die Stadt reagiert mit dem veränderten Geltungsbereich darauf, dass sich nach dem im Mai erstmals in Kraft getretenen Alkoholverbot der wenige Meter entfernte Theaterplatz zum Trinkertreff entwickelt hatte. Das erfüllte Eltern der Schüler des dort angrenzenden Vogtlandkonservatoriums sowie Theaterleitung und -besucher mit Sorge. Kulturell entgegengesetzte Welten stoßen aufeinander. Theatergänger wurden nach Verlassen des Musentempels mitunter mit lauter Musik, Gerülpse und Pöbeleien provoziert. Auch das bereits vom Postplatz bekannte Wildpinkler-Problem bestand in den Abendstunden dort trotz des Einsatzes von Streifen aus Ordnungsamt, Polizei und Sicherheitsdiensten fort - vor den Augen von Hotelgästen und Stadtbesuchern, die das Parkhaus am Theaterplatz nutzen.

Die CDU-Fraktion plädierte in der Debatte dafür, die bisher für das Alkoholverbot festgelegten Straßen und Plätze beizubehalten. In Sachsen werde derzeit ohnehin an einem neuen Polizeigesetz gearbeitet, das den Kommunen mehr Spielraum geben soll. Fraktionschef Jörg Schmidt: "Wir hoffen, dass wir dann ein größeres Gebiet abdecken können." Vertreter der Linken, Grünen und der SPD sprachen sich gänzlich gegen die Verbotsverlängerung aus. Das Problem sei, wie vorausgesagt, nur in andere Bereiche verschoben worden, so Petra Rank (Linke). Dieter Rappenhöner (Grüne) bezeichnete das Alkoholkonsumverbot als eine "Einschränkung von Bürgerrechten".

Der Beschluss, das Alkoholverbot zu verlängern, fiel auf Antrag der CDU-Fraktion dann in namentlicher Abstimmung. 19 Bürgervertreter aus Reihen der CDU und FDP stimmten dafür, zwölf Abgeordnete vor allem aus Reihen der Linken, Grünen und SPD dagegen. Aus den Reihen der SPD stimmte lediglich Fraktionschef Benjamin Zabel einer Verlängerung des Alkoholverbots zu. (us)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...