Tierheime überfordert: Geld für Katzenhilfe fehlt

Heute ist Weltkatzentag. Doch auch im Vogtland werden immer wieder Stubentiger ausgesetzt. Tierheime kümmern sich, würden aber gern mehr tun.

Nicht jede Katze kann sich so wohl fühlen und sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Manche sind ausgesetzt, krank, halb verhungert. Viele dieser Stubentiger landen im Tierheim und werden dort versorgt.

Von Renate Günther

Über ausgesetzte Katzen vor oder während der Urlaubszeit müssen sich die Tierheime in und um Plauen nicht beklagen. Doch es gibt genügend andere Probleme. Katrin Soellner vom Tierheim Galgenberg berichtet, dass sie vor einigen Tagen drei Katzen aufnahm - eine war tragend, ein Jungtier und einen unkastrierten Kater. Eine Woche lang fand sie auf alle Tage verteilt eine ganze Katzenfamilie. An der Färbung und der Verhaltensweise war zu erkennen, dass alle aus derselben Haltung stammen.

Ansonsten sei der Ansturm wegen des Urlaubs jedoch nicht größer als sonst, so Soellner. "Prekär wird es wieder im Herbst, wenn die Gartenbesitzer ihre Türen schließen, die Tiere einfach zurücklassen und sie uns dann von einem gutherzigen Menschen gebracht werden", weiß sie. Für rund 200 Katzen ist das Heim verantwortlich. Gut, dass der größte Teil im zur Anlage zugehörigen Wald lebt. Diese Tiere werden von Andrea Raczek täglich versorgt.

Beim Verein Katzenhilfe Weischlitz fragten vor dem Urlaub drei Besitzer an, ob ihre Tiere betreut werden können. "Doch wir haben zu wenig Platz, und außerdem müssten wir dazu ein Gewerbe anmelden, weil es Einnahmen gibt", berichtet Christine Krause, die zweite Vorsitzende. Weil sie nicht unbegrenzt aufnehmen können, füttern die Ehrenamtlichen 17 Katzen in verschiedenen Dörfern vor Ort.

Große Sorgen hat das Tierheim in Treuen. Eigentlich war geplant, Ende Juli ein größeres Haus für die Katzen zu eröffnen. Doch nun soll es erst im Herbst so weit sein. Warum? Karin Slogsnat vom Tierschutzverein spricht von einer unerträglichen Situation. Dort, wo heute Quarantäne- und Krankenstation stehen sollten, sieht man nur Baustelle. Es fehlen Geld und die Hilfsbereitschaft verschiedener Firmen. Geld fehle auch bei der täglichen Pflege der Tiere, so Slogsnat. Die derzeit gültige kommunale Pauschale von 30 Cent pro Einwohner sei ein Tropfen auf dem heißen Stein. Anderswo würde ein Euro oder mehr gezahlt. Sie bat die Landtagsabgeordnete Susanne Schaper (Linke), die kürzlich die vogtländischen Tierheime besuchte, sich um das Problem zu kümmern.

30 Katzen und 14 Hunde sind derzeit im Tierheim Limbach untergebracht, das zum Tierschutzverein Reichenbach und Umgebung gehört. "Derzeit haben wir drei Urlaubskatzen, früher waren es mehr, meist fünf", sagte Leiterin Adelheid Friedrich. Susanne Schaper war beeindruckt, mit welchem Elan der Reichenbacher Verein nur mit ehrenamtlichen Kräften, ohne hauptamtliche Stelle, die gesamte Arbeit stemmt.

Die Verfahren, Mitarbeiter vom Bundesfreiwilligendienst oder Interessenten für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr zu bekommen, seien sehr kompliziert, so Vereinsvorsitzende Frauke Waldenburger. Eine weitere Sorge sei das Geld. "Der Zuschuss von 30 Cent pro Einwohner ist zu wenig", sagte auch Scharper. "Das reicht weder zum Leben noch zum Sterben." Sie wolle sich im Landtag dafür stark machen, dass die Pauschale generell auf einen Euro erhöht wird. Denn nur mit Spenden lasse sich der Tierschutz nun mal nicht bewältigen.

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