Tirpersdorf und Theuma sagen geplante Hochzeit ab

Jetzt ist es offiziell: Es wird keine Einheitsgemeinde geben - Zukunft unklar

Tirpersdorf/Theuma.

Die anvisierte Vereinigung von Tirpersdorf und Theuma zu einer Einheitsgemeinde wird es nicht geben. Darüber wurde am Donnerstagabend im Gemeinderat von Tirpersdorf offiziell informiert. Vorausgegangen war eine Entscheidung des Gemeinderats Theuma Mitte Oktober. In nichtöffentlicher Sitzung hatte sich das Gremium mehrheitlich gegen weitere Gespräche für eine Dorfehe mit Tirpersdorf ausgesprochen. Das aufwendig organisierte Aufeinanderzugehen der Orte seit Jahresbeginn mit gemeinsamen Ratssitzungen, Workshops und vielen Gesprächen wurde damit nicht von Erfolg gekrönt - trotz der anfänglich sehr positiven Stimmung.

Tirpersdorfs Rat einschließlich Bürgermeister Reiner Körner (parteilos) sowie sein Theumaer Amtskollege Ulrich Sörgel (SPD) bedauerten die Entscheidung. Was die Stimmung in Theuma zum Kippen brachte, versuchte Sörgel in Tirpersdorf zu erklären. Er beschrieb ein mit Emotionen behaftetes Bauchgefühl in seiner Gemeinde, das sich unter dem Slogan "Deimisch und frei" Bahn gebrochen habe. "Da kannst du nichts machen. Wenn jemand etwas nicht will, ziehen auch keine Argumente", sagte Sörgel. Drei Themen skizzierte Reiner Körner als umstrittene Knackpunkte: der gemeinsame neue Name "Jägerswald", der geplante Gemeindesitz Tirpersdorf sowie Bedenken bei der Theumaer Feuerwehr. Letztere seien "Zünglein an der Waage" gewesen. "Die Feuerwehr hatte Angst, nicht mehr gebraucht zu werden", sagte Körner. "Aber wir wären doch blöde, wenn wir eine Feuerwehr plattmachen würden. Es hätte dann eben vier statt drei Ortswehren gegeben." Man müsse die Entscheidung dennoch akzeptieren. "Aber wenn schon zwei nicht zusammenkommen, wie dann vier?" fragte der Tirpersdorfer mit Blick auf die frühere Debatte einer großen Jägerswald-Gemeinde mit Bergen und Werda.

Dass es nicht an Tirpersdorf gelegen habe, das versuchte Ulrich Sörgel zum Schluss deutlich zu machen. "Ich habe mich hier nie als Außenseiter, sondern immer aufgehoben gefühlt. Es wurde hier auch immer sachlich gesprochen", sagte er. Er selbst wollte als eine Art Übergangsbürgermeister Theuma in die neue Verbindung führen.

Die jetzt gescheiterte Variante war Nummer fünf im jahrelangen Struktur-Hickhack im Verwaltungsverband Jägerswald. Bisher standen bereits zur Diskussion die große Einheitsgemeinde, eine Einheitsgemeinde unter Tirpersdorfer Führung, ein Bündnis Bergen/Werda/ Theuma sowie eine Eingemeindung Bergens nach Falkenstein. Aktuell wolle Bergen eigenständig bleiben, in Theuma gebe es wieder Stimmen für die große Lösung, hieß es im Rat. Allerdings: Im Mai sind Kommunalwahlen und dann werden die Karten ohnehin neu gemischt - in welche Richtung auch immer.

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