Tischerstraße: Rathaus plant Spielplatz-Umbau und Spielstraße

Die Stadt will den Spielplatz an der Tischerstraße erneuern. Doch die Pläne dafür kreuzen die für einen Kreisverkehr, der dort ebenfalls entstehen soll.

Plauen.

Der Spielmobil-Schuppen an der Tischerstraße erstrahlt wieder in pinkem Glanz. Anfang der Woche hatte der Kinderland-Verein ihn von Brennnesseln und Graffiti befreit, Verblendungen und ein neues Dach angebracht, Beete bepflanzt und Bänke erneuert. Die Renovierung war Teil der Aktion "48 Stunden" des Vogtlandkreisjugendrings, etwa zehn Freiwillige hatten sich am Montag und Dienstag beteiligt.

Während der Spielmobil-Schuppen nun wieder taufrisch daherkommt, sieht der angrenzende Spielplatz weiterhin ziemlich alt aus: 1999 wurde er das letzte Mal erneuert. Viele der Spielgeräte stammen noch aus dieser Zeit. Doch das soll sich schon kommendes Jahr ändern: Die Stadt hat den Landschaftsarchitekten Thomas Heinisch aus Weimar mit der Erneuerung des Spielplatzes beauftragt. Sein Büro plante bereits den Umbau des Schlosshangs. Drei Entwürfe machte das Büro für den neuen Spielplatz. Am Montag stellte Heinisch die von ihm selbst wie von Baubürgermeister Levente Sárközy bevorzugte Variante im städtischen Bau- und Umweltausschuss vor.


Sie sieht vor, die bisherige Spielfläche nach oben hin zu erweitern. Dazu soll die Tischerstraße zur Spielstraße werden. Die dort vorhandenen Parkplätze würden von 20 auf zwölf reduziert. Außerdem müsste das Natursteinpflaster einem Asphaltboden weichen, der besser bespielbar ist. Für die Kinder bis sechs Jahre ist das untere Areal des bisherigen Spielplatzes gedacht, das obere für die Zielgruppe bis zwölf. Die Spielstraße würde sich mit ihrem Angebot an den Bedürfnissen der Jugendlichen bis 18 Jahre orientieren. Heinisch plant, die alten Spielgeräte durch neue, langlebige Geräte aus Edelstahl und Kunststoff zu ersetzen. Vorab hatte sich sein Büro auch über die Bedürfnisse der Kinder, Jugendlichen und Eltern vor Ort informiert. Ihre Wünsche nach mehr Sitzgelegenheiten für die Eltern, einer Nestschaukel für die Kleinsten und einer Tischtennisplatte für die Größeren flossen in die Planungen ein.

Der Spielplatz Tischerstraße gehört zu den am stärksten frequentierten Spielplätzen in Plauen, fällt mit 73 Quadratmetern allerdings relativ klein aus. Insgesamt mangelt es an Spielflächen in der Bahnhofsvorstadt, in der laut Stadtverwaltung rund 740 Kinder und Jugendliche zuhause sind. "Die Gegend ist unterversorgt, der Spielplatz ist an dieser Stelle richtig und wichtig", sagte Baubürgermeister Sárközy. Er geht davon aus, dass der über das Projekt "Soziale Stadt" geförderte Umbau Ende 2018 abgeschlossen sein wird.

Jedoch betonte er auch, dass die Umgestaltung davon abhängt, wie der Kreisverkehr aussieht, der direkt neben dem Spielplatz entstehen soll. Bislang war ein länglicher Kreisverkehr im Gespräch. Doch nur ein kleinerer, runder Kreisel ermöglicht das vorgestellte Szenario. "Sollte ein größerer Kreisverkehr gewollt sein, können wir den Spielplatz so nicht bauen", stellte Sárközy klar. Denn die längliche Variante würde einen Teil des Spielplatzes beanspruchen.

Gegenüber dem Spielplatz will die Supermarkt-Kette Edeka einen seniorenfreundlichen Markt bauen. Der Kreisverkehr soll den Markt besser erreichbar machen. Die Kosten dafür will Edeka selbst tragen. Anfang März hatte der Chef der Plauener CDU-Fraktion, Jörg Schmidt, gegenüber der "Freien Presse" erklärt, dass Edeka auch bereit sei, sich an den Kosten für die Verkleinerung und Umgestaltung des Spielplatzes zu beteiligen, wenn die Entscheidung zugunsten eines ovalen Kreisels fiele. Das Unternehmen selbst hatte im März mitgeteilt, 2018 mit den Bauarbeiten starten zu wollen.

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