Trainer Daniel Rupf peilt Platz 1 bis 5 an

Ins vordere Tabellendrittel der Fußball-Oberliga will der VFC Plauen kommende Saison vorstoßen. Es wird wohl erneut eine Saison der Kompromisse.

Plauen.

Daniel Rupf könnte es leichter haben. Der Jungunternehmer und frühere Profifußballer hat sich als ersten Trainerjob gleich den großen Erwartungen gestellt. Denn beim VFC Plauen sind die Ansprüche traditionell groß, wenngleich der Verein in den vergangenen drei Oberliga-Spielzeiten nur Platz 12 (2015/2016), Platz 9 (2016/2017) und Platz 4 (2017/2018) belegte. Auch das Zuschauerinteresse ist Jahr für Jahr gesunken. In der jüngsten Saison kamen pro Heimspiel durchschnittlich noch 334 Zuschauer. Aus Plauener Sicht ist das der historische Tiefpunkt. Mit Wehmut erinnern sich die Fans an riesige Kulissen in den Derbys gegen Aue, Dresden, Zwickau, Jena oder die Leipziger Vereine, die allesamt einen Heidenrespekt vorm Vogtlandstadion hatten.

In der Zuschauertabelle der Oberliga wurde der VFC 2017/18 mit seinen bescheidenen Zahlen allerdings immer noch Zweiter, nur ganz knapp hinter Stendal (382). Überhaupt müssen sich Vereinsverantwortliche und Fans vermutlich wieder auf eine Spielzeit der Kompromisse einstellen. "Wir können trotzdem gute Leistungen bringen und auch eine erfolgreiche Saison spielen", stellt Cheftrainer Daniel Rupf voran. Jammern hörte man den 32-Jährigen während der Vorbereitung bislang nicht. "Es war natürlich nicht optimal, dass die Mannschaft zum Auftakttraining noch nicht komplett besetzt war und erst in den nächsten Tagen die beiden letzten Neuzugänge unterschreiben sollen", räumt der Coach ein.


Daniel Rupf sagt aber auch: "Den anderen Oberligisten geht es ähnlich. Es kann sich kaum einer in der 5. Liga leisten, gleich zum Vorbereitungsstart 22 Spieler vertraglich zu binden." Der Grund: Preise und Gehälter sinken mit zunehmender Zeit und manch eine "Granate" verpokert sich auch, sodass man gut beraten ist, wenn in der Vereinsschatulle noch ein wenig Reserve zurückgehalten wird. Sportlich und nominell schmerzen alle sieben Abgänge, wobei vor allem Florian Grossert, Sebastian Hauck und Silvano Varnhagen (alle noch ohne Verein) qualitativ nur schwer zu ersetzen sind. Nicht mehr im Verein ist der Sportliche Leiter Roger Fritzsch, dessen Vertrag ausgelaufen ist und nicht verlängert worden war. Seine Aufgaben hat Sportvorstand Alexander Bräutigam mit übernommen.

Kompromisse musste Daniel Rupf, der seit Januar im Amt ist, auch während der ersten Sommer-Trainingswochen machen, als Stefan Schumann, Stefan Fritzlar und Julian Dolle sich in den Sommerurlaub abmeldeten. "Sie bekamen berufsbedingt nicht anders frei. Was soll ich dagegen tun?", fragt Rupf, der in den ersten sechs Vorbereitungsspielen mit seinen Männern zwei Siege, ein Remis und drei Niederlagen analysieren musste. Nach 22:17 Toren in den Spielen gegen Sokolov (2:2), Selbitz (2:4), Wacker Plauen (8:0), Reichenschwand (6:0), Chemnitzer FC (1:5) sowie Neugersdorf (2:6) scheint klar, dass der VFC auch kommende Saison wieder zu den Teams gehören wird, bei deren Partien sehr viele Treffer fallen. "Ein guter Kompromiss wäre ja, wenn wir ganz oft 4:3 gewinnen oder so", scherzt Daniel Rupf, der natürlich sein Augenmerk auf die Defensivarbeit gelegt hat.

Immerhin: Der VFC gehört für die Konkurrenz nach wie vor zu den attraktiven Namen, wenn man sich so umhört. Staffelfavoriten aber sind die aus der Regionalliga wieder abgestiegene BSG Chemie Leipzig, der FC International Leipzig, der FSV Luckenwalde und Wismut Gera. Das erste Punktspiel bestreiten die Plauener am Samstag, 4. August, 14 Uhr bei Aufsteiger FSV Wacker Nordhausen II.


Das Aufgebot des VFC Plauen für die Saison 2018/19 der NOFV-Oberliga Süd

Torhüter

Leon Seefeld (18 Jahre)

Daniel Szczepankiewicz (24)

Alexander Grötzsch (37)

Abwehr

Albijan Kameraj (23)

Alexander Morosow (26)

Marian Albustin (28)

Stefan Schumann (34)

Kevin Walther (19)

Eric Ranninger (25)

Nils Bauer (21)

Gregor Eigel (18)

Mittelfeld

Patrick Grandner (30)

Domenic Knoll (21)

Edvardas Lucenka (21)

Benjamin Keller (21)

Tim Wüstenhagen (20)

Aleksandrs Guzlajevs (21)

Angriff

Lukas Albert (25)

Samba Fatajo (19)

Julian Dolle (19)

Stefan Fritzlar (30)

Abgänge: Dominik Knobloch (SG Unterlosa), Oliver Ketzel (Merkur Oelsnitz), Kevin Wülfert (FC Fortuna Plauen), Danilo Dersewski, Florian Grossert, Sebastian Hauck, Silvano Varnhagen (alle ohne Verein)

Zugänge: Daniel Szczepankiewicz (Bischofswerdaer FV), Kevin Walther, Lukas Albert (beide FC Erzgebirge Aue), Eric Ranninger (Einheit Kamenz)

Vorstandsvorsitzende Dagmar Baumgärtel

Vorstandsmitglied Eric Holtschke

Sportvorstand Alexander Bräutigam

Cheftrainer Daniel Rupf

Co-Trainer Falk Schindler

Torwarttrainer Ronny Diersch

Mannschaftsleiter Roland Pöhler

Physiotherapeut Bastian Wolf

Teamarzt Dr. Karsten Albig

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