Trubel in Kleingera: Depot der Ortswehr platzt aus den Nähten

Ob sich ein Teil des Ritterguts Kleingera als Depot für die Feuerwehr eignet, wurde im Stadtrat Elsterberg heiß diskutiert. Jetzt liegt ein neuer Vorschlag auf dem Tisch.

Elsterberg.

Es ist auf Dauer einfach zu klein: das Depot, das die Freiwillige Feuerwehr Kleingera seit 1973 nutzt. "Wenn ein neues Fahrzeug kommt, das höher ist als das jetzige, passt es nicht mehr rein", bedauert Ortswehrleiter Sven Burkhardt. Gern würden die Kameraden an ihrem Standort bleiben - oder alternativ ins Rittergut Kleingera umziehen. Doch die Idee, das sogenannte Römerhaus im Rittergut als neues Depot zu nutzen, hat im Elsterberger Stadtrat für eine feurige Debatte gesorgt.

Anstoß war die Bitte des Bürgermeisters Sandro Bauroth (FDP), einen Sperrvermerk über 5000 Euro aufzuheben. Damit solle eine Kostenschätzung bezahlt werden für drei Varianten, wie es mit dem Kleingeraer Depot weitergehen könnte, so Bauroth: Umbau des jetzigen Gebäudes, Neubau oder ein Umzug in den Verwaltungstrakt an den Stallungen im Rittergut Kleingera.

Die Variante Römerhaus stieß aber auf heftigen Gegenwind. Stadtrat Sven Thumstädter (Ev.-luth. Kirchgemeinde) erklärte: "Ich werde nicht zustimmen, solange erwogen wird, dass ein Depot in einem denkmalgeschützten Bereich gebaut wird." Es ins Rittergut reinzuzwängen sei "nix Halbes und nix Ganzes". Es sei zu riskant, in einem denkmalgeschützten Altbestand zu bauen. Einen Umbau des bestehenden Depots zu planen fände er besser. 5000 Euro seien für die Planung aber zu viel Geld. Vize-Bürgermeister Sven Haller, Alternative Heimatliste (AHL), war auch dafür, das Depot entweder neu- oder auszubauen. "In einem denkmalgeschützten Gebäude hat das nichts verloren", sagte er. Sein Vorschlag: weniger Geld freigeben und nur zwei Varianten durchrechnen. Bürgervertreter Wolfgang Krumm, Alternative Heimatliste (AHL),würde gern erst mal klären, wie sich die Perspektive der Kleingeraer Wehr entwickelt - und ob genug Nachwuchs da ist. Andreas Oberlein (SPD) sprach sich dafür aus, die Tradition der Ortswehren unbedingt zu erhalten. Aber die Einsatzbereitschaft müsse vorhanden sein. "Was nützt sonst das tollste Auto?", fragte er in die Runde.

Auf Anfrage von "Freie Presse" erklärte die Untere Denkmalschutzbehörde des Vogtlandkreises, alle Maßnahmen an Kulturdenkmalen müssten von der Behörde genehmigt werden. Aus einem Plan der Denkmalschutzbehörde geht hervor, dass das Römerhaus offenbar zu den Kulturdenkmalen des Ritterguts gehört. Im Rittergutsverein selbst steht man der Idee eines Depots nicht ablehnend gegenüber. "Meines Wissens hat niemand etwas dagegen", sagte Vereinsmitglied Gabriele Hommel. Das Römerhaus habe eine gute Zufahrt und liege nah am Löschteich.

Von Stadtrat Krumm kam die Idee, alle Elsterberger Wehrleiter und Ortsvorsteher an einen Tisch zu bringen: "Sie sollen uns einen Vorschlag machen, was sie wollen." Erst dann soll entschieden werden, so Bauroth, was mit den 5000 Euro passiert, die nun wiederum mit Sperrvermerk in den Haushalt 2019 weiterrücken sollen. Der Gedanke eines runden Tisches gefällt Sven Burkhardt, er ist gern dazu bereit. Er erklärte aber auch, dass noch nicht klar ist, ob das Römerhaus überhaupt hoch genug sei für ein modernes Einsatzfahrzeug: "Das müsste man noch prüfen."

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