Umweltschützer lässt nicht locker

In Sachen XXL-Schutzgebiet Elstersteilhänge will ein Naturschützer aus dem Vogtland endlich Butter bei die Fische sehen. Ein Brief aus Dresden sorgt jedoch nicht für Hoffnung, sondern für Zwist.

Pöhl/Elsterberg.

Auf eine Antwort vom sächsischen Umweltminister Thomas Schmidt hat er wochenlang gewartet. Doch jetzt ist Hellmut Naderer, Vorsitzender des Regionalverbands Elstertal des sächsischen Naturschutzbundes (Nabu), von der Rückmeldung sehr enttäuscht. "Das ist lapidar", sagt er zu "Freie Presse". Ihm geht die Ausweisung des geplanten Naturschutzgebietes (NSG) "Elstersteilhänge nördlich Plauen" immer noch einfach zu langsam voran. Naderer hatte Mitte August im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft um Hilfe gebeten, um an Infos zum aktuellen Stand des Ausweisungs-Verfahrens zu kommen. Seinen Angaben nach werden seit Monaten mehrere Anfragen von Umweltschützern an den Vogtlandkreis zum Sachstand des seit gut drei Jahren laufenden Verfahrens ignoriert.

Nach einem Treffen im Februar zwischen Naturschützer und Umweltamtsleiter Tobias Pohl herrscht quasi Funkstille. Ein weiterer Beratungstermin, den Pohl angekündigt habe, erklärt Naderer, habe bis heute nicht stattgefunden.

Zwischen Plauen und Elsterberg will die Untere Naturschutzbehörde des Kreises drei Schutzgebiete zu einem NSG mit einer Größe von etwa 688 Hektar zusammenfassen. Das Areal soll auch eine neue Verordnung bekommen - denn alle drei Bereiche haben eigene Verordnungen, die teils recht alt sind. Die Bürgermeister von Pöhl und Elsterberg jedoch haben Bedenken, wie Tourismus-Einbußen und Nachteile für wirtschaftliche Entwicklungen. Beide Kommunen hatten laut Umweltamtsleiter Tobias Pohl im Vorjahr Grundstücksbesitzer dazu aufgefordert, sich gegen eine Unterschutzstellung zu äußern. Vor allem Ablehnungen von Eigentümern seien im Amt eingetroffen, erklärte Pohl im Dezember - und damit jede Menge Arbeit für seine Abteilung.

Geantwortet hat auf Naderers Brief Thomas Gröger aus der Ministeriums-Abteilung Naturschutz, Klima, Immissions- und Strahlenschutz (das Schreiben liegt "Freie Presse" vor). Darin bedankt sich Gröger bei Naderer und weiteren Ehrenamtlichen und lobt ihr Engagement. Das Landratsamt im Vogtland habe über das Unterschutzstellungsverfahren Auskunft gegeben. "Dabei wurde auch deutlich, dass zum Teil sachfremde, unbegründete, eher allgemeine Bedenken von Teilen der Bevölkerung dazu führten, dass sich der Fortgang bisher verzögert hat", erklärt Gröger. Die sachlichen Bedenken seien nun vom Tisch, nachdem der Entwurf der Rechtsverordnung geändert worden ist. Man habe die Landesdirektion gebeten, "auf einen zügigen Abschluss des Verfahrens hinzuwirken".

Hellmut Naderer überzeugt das nicht. Im Gegenteil: "Nur Sprechblasen", urteilt er. "Das geht am Thema vorbei."

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1Kommentare
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    Tauchsieder
    14.10.2018

    Zweiter Versuch einen Kommentar zu diesem Thema zu platzieren. Vielleicht kam der Erste der Wahrheit zu nahe.
    Herrn Naderer wiederfährt jetzt das, was er in seinem aktiven Berufsleben in der Unteren Naturschutzbehörde anderen zugemutet hat. Manche bezeichnen so etwas auch als "Bummerangeffekt".
    Gut Ding will Weile haben. Es gibt drei geschützte Gebiete in diesem Bereich und daran wird sich auch nichts ändern. Ob dieser Zusammenschluss dieses Jahr geschieht, oder im nächsten Jahr, ändert doch nichts am Schutzstatus. Auch wenn Hommel-Kreisel oder Bauroth auf und nieder springen und dies völlig anders sehen. Der Zusammenschluss der drei Schutzgebiete wird nur eine Frage der Zeit sein.



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