Umweltschützer lehnen Umzug der Falknerei ins Pfaffengut ab

Im Streit um die Ansiedlung der Touristenattraktion auf dem Gutsgelände gibt es eine erste Entscheidung. Noch ist offen, was der zweite Pächter sagt.

Plauen.

Die Pläne der Falknerei Herrmann, ins Plauener Natur- und Umweltzentrum Pfaffengut überzusiedeln, haben einen Dämpfer bekommen. Denn einer der Pächter im Gut, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), hat sich nun im Landesvorstand eindeutig dagegen ausgesprochen, dass die Touristen-Attraktion mit einzieht.

Bereits im Vorjahr hatten sich der BUND und der zweite Pächter, der Pfaffengut-Förderverein, sowie auf dem Gutsgelände ansässige Vereine gegen einen Umzug gestemmt. Unter anderem sehen sie den Schutz von in der Nähe lebenden Tierarten gefährdet. Zudem stellen sie infrage, ob die vorhandene Infrastruktur sich überhaupt für jährlich rund 15.000 Falknerei-Besucher eignet.

Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) hatte deshalb im Dezember sowohl an den BUND als auch an den Pfaffengut-Förderverein in einem Brief appelliert, sich dem Willen des Stadtrats anzuschließen und sich einem Umzug zu öffnen. Ohne ihre Zustimmung kann sich im Gut nämlich niemand einquartieren. Spielen die Pächter nicht mit, kann auch der Pachtvertrag mit der Stadt nicht geändert werden. Der läuft noch bis 2021.

Erst mal aber haben die Pächter noch bis Mitte Februar Zeit für ihre Rückmeldung ans Rathaus. Der BUND positioniert sich als Erster: "Dieser Tage wird der Bürgermeister ein Schreiben vom BUND Sachsen erhalten", erklärte Landesgeschäftsführer David Greve auf Anfrage der "Freien Presse". BUND-Mitglied und Grünen-Stadtrat Dieter Rappenhöner war beim Treffen des Landesvorstands dabei. Wie er schilderte, habe am Ende der gut zweistündigen Diskussion ein einstimmiges Nein gestanden. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht.

Falknerei-Besitzer Hans-Peter Herrmann nimmt die Absage gelassen auf. "Ich bleibe optimistisch", sagte er. Sobald auch der Pfaffengut-Verein auf Oberdorfers Brief reagiert hat, will Herrmann sich noch mal mit der Stadtverwaltung zusammensetzen. Und wenn auch der Verein bei seiner Ablehnung bleibt? "Dann brauche ich einen Plan B", sagte der Vogel-Experte und betonte: "Plan A ist und bleibt Plauen."

Hintergrund des Streits ist, dass die Stadtverwaltung im Gewerbegebiet Reißig, wo die Falknerei ihren Sitz hat, weitere Firmen ansiedeln möchte - aber gleichzeitig die Vogel-Attraktion in Plauen halten will. Deshalb unterstützt sie Herrmanns Umzugs-Wunsch. Sagen allerdings beide Pächter Nein, sind dem Stadtrat die Hände gebunden - bis der Pachtvertrag in einigen Jahren ausläuft.

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1Kommentare
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    Tauchsieder
    24.01.2018

    Der letzte Satz dieses Artikels kann so nicht unbeantwortet bleiben.
    In jedem Pachtvertrag gibt es einen Passus, indem eine der Parteien vorzeitig den Pachtvertrag kündigen, oder beenden kann. Auch hier wird sich sicherlich die Stadt Plauen als Eigentümer dieses Recht vorbehalten haben, sonst wäre der Vertrag die Tinte nicht wert die auf dem Papier steht.



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