Unterführung, Brücke oder was? Behörden basteln an B 92-Lösung

Künftig gilt durchgehend Tempo 70. Die Problemkreuzung von Ober- nach Unterlosa bleibt vorerst, die Uhr tickt aber.

Plauen.

Das Gewirr von Problemen und Streitpunkten um die Kreuzungen und Abzweige entlang der Bundesstraße 92 zwischen Plauen und der A 72 soll sich schon bald entwirren. Das kündigte Plauens Baubürgermeister Levente Sárközy am Montagabend in der Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses an. Sárközy bezog sich auf ein erneutes Treffen von Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) im Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) in Dresden. Der OB habe demnach in Verhandlungen mit Lasuv-Präsidentin Doris Drescher mehrere Festlegungen erreicht. Mit teils erstaunlichen Lösungsansätzen.

Künftig soll im gesamten Bereich zwischen Autobahn-Abfahrt Plauen-Süd und Ortseingang Plauen durchgehend Tempo 70 gelten. Statt ständiger Geschwindigkeitswechsel soll so der Verkehr besser fließen. Ab wann dies gilt, ließ der Baubürgermeister offen. Es werde auf der B 92 damit sicherer, fügte Sárközy unter Hinweis auf schwere Unfälle entlang der Allee hinzu. Doch ausgerechnet an der engsten Abfahrt sind bisher 100 km/h erlaubt: am Knoten K 7807, wie die Kreuzung der B 92 mit der Straße von Ober- nach Unterlosa bezeichnet wird.

Im Zentrum der Konflikte stehen ohnehin jene Kreuzung am Pferdehof Schricker und das widersprüchliche Agieren der Behörden. Dem Knoten K 7807 droht das Aus - bisher. Seit die Oberlosaer durch eine Indiskretion von Plauens wankelmütiger Haltung in dieser Frage wissen, ist das Vertrauensverhältnis zur Stadtspitze massiv gestört. Doch nun brachte OB Oberdorfer eine positive Nachricht aus Dresden mit und ließ sie über seinen Baubürgermeister verbreiten.

Bisher sollte der Knoten K 7807 zeitgleich mit dem Bau einer neuen Zufahrt zum erweiterten Industrie- und Gewerbegebiet zwischen Oberlosa und der A 72-Anschlussstelle wegfallen. So hatte es auch das Lasuv als Landesstraßenbehörde bekräftigt. Nunmehr, betonte Sárközy, werde der Bau des neuen Abzweiges "zeitlich entkoppelt" und unabhängig vom Knoten behandelt. Im Klartext: Die Problemkreuzung wird nicht mit Baustart der neuen Industriegebiets-Zufahrt gekappt. Auf Dauer bleiben darf sie indes nicht. Eine Ersatzlösung muss her. Ebenso ist unklar, wann das Lasuv seine Pläne für den Ausbau der B 92 von Plauen bis zur A 72 umsetzen will.

Der Baubürgermeister sprach nun von einer Machbarkeitsstudie, in der drei Varianten beleuchtet werden: Da wäre einmal eine Unterquerung der B 92 im Bereich der bisherigen Kreuzung. Als Alternative gilt der Bettelweg. Das ist ein asphaltierter, schmaler Weg zwischen Ober- und Unterlosa. Er überspannt die Bundesstraße mit einer Bogenbrücke. Variante 3 wäre der Ausbau der bisherigen Industriegebiets-Zufahrt zu einer Kreuzung samt Anbindung der Straße nach Unterlosa.

Dass sich die Stadt um Lösungen bemüht, wird auch in Oberlosa anerkannt. "Durchgehend Tempo 70 würden wir begrüßen", sagte Ortsvorsteher Janes Trawinski am Mittwoch. Die Pläne kommentieren will er nicht, da ihm Details noch unbekannt sind. Nach den Erfahrungen, die der Ortsteil im Zuge der Plauener Industriegebietspläne gemacht habe, seien die Oberlosaer zusammengerückt. Und eines sei klar: "Die Menschen hier glauben nur noch, was sie schwarz auf weiß haben."

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