Unwetter: Nachspiel findet im Kreistag statt

Trotz Kritik: Warnsystem hat funktioniert, beharrt Vize-Landrat Drechsel

Plauen.

Landrat Rolf Keil (CDU) sieht im Zusammenhang mit den Hochwasser- und Überschwemmungsschäden an der Weißen Elster nach dem Unwetter vom 24. Mai keine Versäumnisse seiner Behörde. Er will dem Kreistag in dessen nächster Sitzung am 14. Juni einen Bericht zu den Abläufen an jenem Tag vorlegen. Das kündigte er in der Sitzung des Kreisausschusses am Mittwochabend an. Zugleich gab es dort Diskussionen zum künftigen Hochwasser-Schutzraum der Talsperre Pirk.

Ralf Oberdorfer, Chef der FDP-Kreistagsfraktion und Oberbürgermeister Plauens, hatte im Punkt Anfragen um die Analyse gebeten. Auch Henry Ruß (Linke) forderte Aufklärung: "Was man derzeit den Medien entnehmen kann, ist, dass es der eine auf den anderen schiebt", so Ruß. Oberdorfer bat um Klärung, warum nur steigende Flusspegel als Warnkriterium gelten. Meteorologen seien in der Lage, bei von Westen aufziehenden Regenwolken ungefähre Niederschlagsmengen vorherzusagen. Bei dem Unwetter aus Richtung Südost sei das nicht der Fall gewesen. Oberdorfer will gern wissen, warum.


Der Landrat verwies auf Medienberichte, wonach Niederschläge auf eng begrenztem Raum sich eben nicht wie gewünscht vorhersagen lassen. Genau das sei am 24. Mai das Verhängnis gewesen: "Das Problem war extrem", so Keil. Er wolle aber das Geschehen "aufbereiten lassen, um einiges klarzustellen", kündigte er an. "Bei uns ist es abgelaufen, wie es immer abläuft." Auch Vize-Landrat Uwe Drechsel zeigte sich ungeachtet der Kritik von Hochwasseropfern überzeugt: "Das Warnsystem hat funktioniert." Die Kommunen seien über steigende Pegel informiert gewesen, der Katastrophenschutzstab hatte Voralarm ausgelöst. Laut Drechsel bedeutet das: "Die Verantwortung bleibt im gemeindlichen Bereich, der Stab unterstützt durch überörtliche Einsatzkräfte." So sei das Technische Hilfswerk in Gang gesetzt worden. Kernproblem aus Drechsels Sicht war der rasante Anstieg der Elster am Pegel Adorf über Warnstufe 4. Zu dem Zeitpunkt habe der verfügbare Stauraum der Pirk bei mehr als einer halben Million Kubikmeter gelegen. Oberdorfer hält die knapp sechs Prozent des Stauvolumens für zu wenig. In Thüringen liegen Hochwasser-Schutzräume der Talsperren bei zehn Prozent. Diskutiert wird dort eine Verdopplung auf 20 Prozent.

 

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