Verein legt Geld für die Stadt aus

Ein Denkmal im Zentrum von Pausa ist endlich saniert. Geklappt hat das, weil viele sich dafür stark machten und gemeinsam anpackten.

Pausa.

Immerhin 3300 Euro sind es, die die Werbegemeinschaft Pausa aufgebracht hat, um das Mahnmal für die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges im Stadtzentrum wieder würdig aussehen zu lassen. "Es ist eines der ältesten Denkmäler in Pausa. Wir hatten mehrmals schon Anlauf zur Sanierung genommen", blickte Bürgermeister Jonny Ansorge (CDU) bei der feierlichen Wiedereinweihung diese Woche zurück.

Eigentlich hatte es bereits zur 750-Jahr-Feier werden sollen. Die war 2013. Doch damals reichte das Geld nicht. Umso größer die Freude, dass es jetzt doch noch geklappt hat. Die finanzielle Lage der Kommune ist seither nicht besser geworden. "Wir haben viele Besucher aus ganz Deutschland in Pausa, die wegen der Erdachse kommen", weiß Ansorge. Deshalb sei es schön, wenn sich nun auch das Mahnmal den Besuchern wieder ansehnlich präsentiere.

Die Erneuerung kostete 8300 Euro. Knapp 5000 Euro steuerte der Denkmalschutz bei. Der Steinmetzbetrieb Tasch aus Pausa hat das Denkmal, angelehnt an das Original von 1873, saniert. Es besteht aus niederländischem Sandstein, einem dreistufigen Sockel mit Obelisk. Anfang der 1990-er Jahre waren schon einmal Platten mit Inschriften angebracht worden, weil man die Schrift auf dem Sandstein kaum noch lesen konnte. Das kam der jetzigen Sanierung zugute. Die Stadt hatte bereits 2012 Fördermittel beantragt und genehmigt bekommen - allerdings standen ihr bisher die benötigten Eigenmittel nicht zur Verfügung beziehungsweise hatte anderes Priorität. Im Oktober 2016 erklärte sich die Werbegemeinschaft bereit, den Eigenanteil zu übernehmen. Der Verein hat sich Mitte der 1990-er Jahre gegründet. "Damals waren wir 34 Mitglieder", so Vorsitzender Knuth Fischer. Mit der Schließung von Geschäften ging die Mitgliederzahl zurück. "Wir sind jetzt zehn", so Fischer. "Wir haben jahrelang Tombolas und Veranstaltungen durchgeführt, Mitgliedsbeiträge kassiert und ähnliches, um das Geld jetzt der klammen Kommune für die Sanierung des Denkmals zu schenken", so Vereinsmitglied Ralph Boy. Immerhin ein Betrag von 3300 Euro kam zusammen.


Details zum Denkmal

Das Denkmal für die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges (1870 bis 1871) erinnert an Vermisste, Gefallene und im Lazarett Verstorbene aus Pausa: Karl Hermamm Gneupel, Gotthold August Frotscher, Karl Hermann Lotthardt, Franz Eduard Fischer, Friedrich Oswald Spitzner.

Eingeweiht wurde es am 2. 9. 1873. Die Herstellungskosten betrugen 615Mark. 315 Mark bezahlten damals Vereine und Bürger, rund 300 Mark kamen aus der Stadtkasse.

Der Bildhauer Ferdinand Gläser aus Pausa erstellte das Denkmal, das zuerst auf dem westlichen Teil des Schulgartens stand. 1914 wurde es an die jetzige Stelle in der ehemaligen Badestraße (heute Paul-Scharf- Straße) versetzt. (sim)

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