Verkehrssünder erhalten in Plauen jetzt digitale Knöllchen

Stadt will Porto und Papier sparen - Verkehrssünder können im Internet Informationen zum Delikt finden

Plauens Falschparker bekommen vom Ordnungsamt nur noch digitale Knöllchen. Ganz neu ist das Verfahren zwar nicht, aber so mancher Verkehrssünder wundert sich dennoch: Kommen die Bußgeldbescheide gar nicht mehr per Post? Was ist sonst zu beachten? Die "Freie Presse" hat nachgefragt.

Was hat es mit den neuen Verwarnhinweisen auf sich, die im Plauener Stadtgebiet bei Verkehrssündern hinter den Scheibenwischern klemmen?

Es handelt sich um sogenannte Online-Knöllchen. Das heißt, Informationen zum Vergehen gibt es zunächst nur im Internet unter www.knoellchen.krz.de. Dazu trägt man die Kennung, welche sich auf der Benachrichtigungskarte befindet, und das Nummernschild ein. Falschparker erhalten diese Art Bußgeldzettel in Plauen seit Mai.

Welche Informationen sind online nachzulesen?

Aufgeführt ist dort zum Beispiel, ob ein Autofahrer die Parkzeit überzogen, kein Ticket gelöst, in einer Ausfahrt oder unrechtmäßig auf einem Behindertenparkplatz gestanden hat. Das Vergehen ist aufgelistet mit exakter Uhrzeit und auch dem Ort.

Weshalb steht der Tatvorwurf nicht mehr auf dem Zettel?

Das sei eine selektive Wahrnehmung, heißt es aus dem Rathaus. Denn auch früher seien auf den Hinweiszetteln keine genauen Angaben zum Vergehen gemacht worden. Diese hätten ebenfalls nur der allgemeinen Information gedient, dass man eine Ordnungswidrigkeit begangen hat, sagt Martin Gabriel Fachgebietsleiter Allgemeine Ordnungsangelegenheiten.

Warum hat sich Plauen für das E-Knöllchen entschieden?

Es soll unnötigen Papierkram vermeiden und Porto sparen. Ein Nachteil entstehe nicht, wenn man das Angebot nicht nutzt, erklärt Verwaltungsmitarbeiter Gabriel.

Und wenn man gar kein Smartphone oder Internet hat?

Das ist kein Problem. Denn auf postalischem Weg flattert der Strafzettel trotzdem ins Haus - nach exakt sieben Tagen, wenn man sich in diesem Zeitraum nicht im Internet eingeloggt hat. Was den einen oder anderen Verkehrssünder ohne Zugang zur Datenautobahn schon mal verzweifeln lassen kann, sieht Martin Gabriel als Service-Angebot der Stadt Plauen. "Wer die Online-Verfahrensweise ablehnt, bekommt wie herkömmlich das Verwarngeldschreiben als Brief", so Gabriel.

Was hat ein QR-Code auf dem Papier zu suchen?

Betroffene haben damit die Möglichkeit, direkt online nachzuschauen, welcher Vorwurf besteht.

Muss man die Strafgebühr extra überweisen?

Das Bußgeld kann man mit wenigen Klicks über den Link bezahlen.

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3Kommentare
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    0
    Hinterfragt
    07.12.2018

    @Pixelghost; "...Irre oder?..."

    Artikel gelesen?

    ".. Denn auf postalischem Weg flattert der Strafzettel trotzdem ins Haus - nach exakt sieben Tagen, WENN MAN SICH in diesem Zeitraum NICHT IM INTERNET EINGELOGGT HAT..."

    Jeder der vorbeikommt kann dann "...Dazu trägt man die Kennung, welche sich auf der Benachrichtigungskarte befindet, und das Nummernschild ein. .. "

    Und genau hier sehe ich das Problem.

  • 2
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    Pixelghost
    07.12.2018

    @Hinterfragt, und jeder der vorbeikommt kann das Falschparken auch ohne QR-Code sehen. Und jeder kann das Fahrzeug von vorn bis hinten fotografieren denn: das Fahrzeug hat kein Recht auf seine eigenes Bild! Solange der „Fotograf“ das Bild nicht veröffentlicht, macht er sich nicht strafbar. Was im Übrigen auch Quark ist, denn das Fahrzeug steht ja in der Öffentlichkeit - es ist bereits veröffentlich und eben für jedermann sichtbar. Irre oder?

  • 1
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    Hinterfragt
    07.12.2018

    "Was hat ein QR-Code auf dem Papier zu suchen?

    Betroffene haben damit die Möglichkeit, direkt online nachzuschauen, welcher Vorwurf besteht. "

    Und JEDER der vorbeikommt ...



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