Verstummt Burgsteinsingen nach 21 Jahren?

Vogtländischer Sängerbund und Musikverein trotzen der sommerlichen Hitze - mit Gesang und Stammpublikum.

Krebes.

Mit Sonnenschirmen und Stühlen ausgerüstet war das Publikum am Sonntagnachmittag zum Burgsteinsingen nach Krebes gekommen. Sieben Chöre oder Musikvereine gaben musikalische Kostproben. Doch das 21. Burgsteinsingen könnte das letzte gewesen sein.

"Wir haben Nachwuchssorgen in den Chören und im Sängerbund", sagte Kirsten Arnold vom Vorstand des Vogtländischen Sängerbundes und Musikvereines. "Wir sind bloß noch zu zweit im Vorstand." Die beiden anderen Vorstände sind aus Alters- und Krankheitsgründen ausgeschieden. Zu zweit sei es nicht machbar, den Dachverband der Chöre und Musikvereine zu stemmen. "Es gibt zwar viele Unterstützer, aber keiner will die Verantwortung übernehmen", sagt Arnold. "Seit 1995 führen wir das Burgsteinsingen an dem einzigartigen Veranstaltungsort durch." Ungezwungen inmitten der Natur, in der alten Ruine und ohne Eintrittsgeld. Vogtländischer Sängerbund und Musikverein könnten sich bereits dieses Jahr auflösen.


Trotz der Hitze sagte kein Chor ab. Allerdings traten einige personell reduziert auf. Die Ruine nahe Krebes gab zwar etwas Schatten, dennoch moderierte Hans Kolpak, der zweite Vorstand, mit Schirm als Sonnenschutz in der Hand. Auch das Publikum suchte schattige Plätze, wie die meisten Chormitglieder im reiferen Alter. Dementsprechend wurden zumeist Volkslieder zu Gehör gebracht wie etwa "Tiritomba", "Tanzen und Springen" oder "Wenn alle Brünnlein fließen".

Zum Auftakt musizierte das Consortium musicum Plauen, dessen Musik so recht in die historische Kulisse der Burgsteinruine passte. Der Frauenchor des Handwerks Oelsnitz sang unter der Leitung von Monika Borza "Jeder Tag ein Sonnentag" und "Dieser Tag war schön". Mit dabei waren die Gesangsvereine Grüna/Mittelbach, Klingende Runde Plauen und Amici del anto Plauen. Die Folkloregruppe Plauen musizierte mit dem Gemischten Chor Kobitzschwalde. Zum Finale sangen alle Mitwirkenden irische Segenswünsche.

Das letzte Burgsteinsingen: So mancher Sänger und Gast musste schlucken, Wehmut und Traurigkeit waren zu spüren. Es sei doch immer so schön gewesen.

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