Versuchte Entführung: Eltern alarmiert

Ein Mann soll einen Elfjährigen in sein Auto gezerrt haben. Der Junge konnte sich befreien. Polizisten ermitteln am Ort des Geschehens. Für Kinder gibt es jetzt Verhaltensregeln.

Lengenfeld.

Ein Fall versuchter Freiheitsberaubung in Lengenfeld hat Eltern, Lehrer und Schüler in Alarmstimmung versetzt. Der stellvertretende Schulleiter Joachim Oelschlägel: "Unser Blick auf das Umfeld der Kinder ist geschärft."

Nachdem am Freitag ein unbekannter Mann einen Elfjährigen in sein Auto gezerrt haben soll, sucht die Polizei Hinweise: "Bisher haben sich noch keine Zeugen gemeldet", berichtet Polizeisprecher Oliver Wurdak. Es sei verwunderlich, dass niemand das Geschehen am Freitagmittag in der Stadt beobachtet haben will. Ein Mann soll auf der Hauptstraße nahe der Hausnummer 17 einen Jungen angesprochen und in einen hellroten Wagen gezerrt haben. Der Junge flüchtete durch eine hintere Autotür und rannte nach Hause. Am Wahrheitsgehalt der Beschreibung des Kindes zweifelt die Polizei nicht: "Es gibt keine Anhaltspunkte, dem Jungen nicht zu glauben", sagt der Pressesprecher.

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Die Polizei ermittelt vor Ort. "Am Montag waren Beamte in der Schule und haben den Jungen noch einmal im Beisein der Eltern befragt", sagt der stellvertretende Schulleiter. Polizeisprecher Wurdak erklärte, dass Beamte in Lengenfeld nach Hinweisen suchen und Personen befragen.

In der Oberschule, die der Junge besucht, wissen alle Lehrer, Eltern und Schüler über die Geschehnisse Bescheid. Oelschlägel: "Wir haben am Montag die Lehrer informiert." Die Lehrer gaben den Kindern wichtige Verhaltensregeln mit auf den Weg. Oelschlägel: "Die Kinder sollen möglichst immer zu zweit nach Hause gehen und nicht allein. Wir haben ihnen erklärt, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie von Fremden angesprochen werden." In der Schule achten die Beschäftigten zudem darauf, dass die Außentüren verschlossen sind und keine fremden Personen unbemerkt die Gebäude betreten können. Das Landesamt für Schule und Bildung hat Unterstützung durch einen Psychologen angeboten. "Lehrer und Schüler haben dieses Hilfsangebot angenommen. Es bestand Gesprächsbedarf", so der stellvertretenden Schulleiter. Auch eine Klassenelternsprecherin hat sich in der Schule gemeldet, um stellvertretend für andere Eltern nach dem Umgang mit dieser Situation zu fragen. "Es sind aus aktuellem Anlass Elternabende zu diesem Thema angesetzt", sagt Oelschlägel.

Die Pädagogen wollen aber auch dem Schulalltag wieder die Normalität zurückgeben. Oelschlägel sagt dazu: "Wir haben uns darauf verständigt, den Jungen nicht ständig auf die Ereignisse anzusprechen. Er musste das Erlebte jetzt schon so oft erzählen. Er hat auch selbst geäußert, dass er nicht ständig darüber sprechen möchte."

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