Viele neue Hobbykünstler sorgen für Rekordbeteiligung

Der Hobbykünstlermarkt in Plauen hat Tradition. In diesem Jahr war der Platz in der Festhalle komplett ausgeschöpft. Die Besucher konnten Raritäten entdecken und bekannte Gesichter.

Plauen.

Schon bevor um 14 Uhr am Samstag die Türen der Plauener Festhalle zum Hobbykünstlermarkt öffneten, bildete sich am Eingang eine lange Schlange. Mit insgesamt 64 Ausstellern, darunter 21 neue Stände, konnten die Veranstalter eine Rekordbeteiligung verkünden. Während des Anstehens erhielten die Besucher bereits einen kleinen Ausblick auf das, was sie in den weihnachtlich geschmückten Räumen erwartete. Denn draußen heulte die Motorsäge von Jens Baumann aus Schleiz, der aus Holzstämmen Skulpturen fertigte. Als die Gäste die Stufen in die erste Etage erklommen hatten, hörten sie es rattern. Es war die Dekupiersäge von Werner Frank, der zum siebten Male seine Holzelemente wie Schwibbögen ausstellte und vor den Augen der Gäste anfertigte.

Nicht weit davon entfernt, im kleinen Raum neben dem großen Saal, kam man am Stand von Doris Kolb vor Andrang kaum vorbei. Die Oberfränkin war zum ersten Mal mit ihrer Miniaturenwerkstatt in Plauen dabei. Sie fertigt jede Art von Accessoires für das heimische Dekorieren. "Viele meiner Kunden sind ältere Damen, die noch zu Hause eine Puppenstube oder einen Kaufmannsladen haben und sich nach dem Krieg die kleinen Dinge nicht leisten konnten. Jetzt greifen sie zu und verwirklichen sich so einen Traum", berichtete die Schwarzenbacherin. Anspruch der 64-Jährigen sei es, alles was es in Groß gibt, auch in Klein anbieten zu können.

Auch für Friedbert Sammler war der Hobbykünstlermarkt in der Festhalle in diesem Jahr eine Premiere. Während der bekannte Oldie-Diskotheker sonst die Massen zum Tanzen bringt, überraschte er diesmal die Besucher mit Bastelarbeiten aus Holz. Elf Jahre war er an der Grundschule Karl Marx Werklehrer. Seit gut einem Monat ist Sammler nun Rentner. "Da habe ich die freie Zeit genutzt, neue Erfahrungen zu sammeln", verriet der 63-Jährige, der aus dem Stand heraus in nur vier Wochen seine Produkte hergestellt habe, darunter Schwibbögen und einen Adventskalender.

Nicht nur die ausstellenden Händler schätzten die bunte Mischung, sondern auch bei den Interessierten kam das vielfältige Angebot gut an. Es reichte vom selbst gemachten Likör über gehäkelte Mützen bis hin zu gezeichneten Bildern. Rund 3200 Besucher konnte Festhallenchef und Organisator des Marktes, Ronny Bley, am Wochenende zählen. Zu ihnen gehörte Stephan Buschmann aus Plauen. "Ich finde den Hobbykünstlermarkt gelungen und die große Auswahl mit dem guten Angebot überzeugt mich", sagte er. Und Anja Michank ergänzte: "Ich finde es schön, dass man es den Ausstellern ansieht, wie viel Freude es ihnen macht, hier zu sein."

Ronny Bley zog am Sonntagabend eine positive Bilanz: "Wir sind zufrieden, wir waren bis auf den letzten Platz ausgebucht und von der Art des Marktes sind wir positiv überrascht." Das Festhallenteam habe versucht, den Charakter eines Weihnachtsmarktes hinzubekommen und ein passendes Ambiente zu schaffen. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm vor allem für die Kleinen sorgte an beiden Tagen dafür, dass sich die Erwachsenen in Ruhe alles anschauen konnten. Der Hobbykünstlermarkt fand am Wochenende zum vierten Male in der Festhalle statt. Von 1999 bis 2015 ging er alljährlich im Plauener Malzhaus über die Bühne. Zwischenzeitlich drohte ihm das Aus. Doch er blieb eine feste Größe.

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